Impfung kann sich noch lohnen

Erste Tote durch Grippe: Krankheitswelle rollt über Nordhessen

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Bislang gab es in der Region Kassel in diesem Jahr 108 Grippe-Fälle. 

Die Grippe hat ein erstes Todesopfer im Landkreis Kassel gefordert. Und die Krankheitswelle rollt gerade über die Region hinweg.

Viele Menschen erkranken derzeit an Grippe, Erkältungen sowie an Magen-Darm-Infekten. Eine 67-jährige Frau aus dem Landkreis Kassel starb an den Folgen der Influenza. Das teilt Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Nach ihren Angaben sind in diesem Jahr bislang 108 Grippe-Fälle gemeldet worden, davon allein in dieser Woche 30 und in der vergangenen 44. „Es gibt jedoch Unmengen mehr, die dem Gesundheitsamt nicht gemeldet werden“, so Mülller.

Sie geht zwar davon aus, dass die Zahl der Erkrankungen ansteigen wird. Von einer Grippewelle wie im vergangenen Jahr könne man bislang aber noch nicht sprechen, sagt sie, dafür müsse man die nächsten zwei bis drei Wochen abwarten. Allein in der ersten Märzwoche 2018 erkrankten 113 Menschen in Kassel an der Grippe, im Landkreis waren es 136 Erkrankungen.

Dieser Beitrag stammt von der Video-Plattform Glomex.

Massiv zugenommen hätten auch Erkältungen und Magen-Darminfekte, sagt Müller. Viele Menschen würden etwa an der Arbeit ausfallen, weil sie an einem lang anhaltenden, schweren Husten litten und schlapp seien.

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Grippe: Impfung bis April

Auch das Klinikum Kassel spürt die Krankheitswelle. Seit Anfang dieser Woche kommen verstärkt Patienten mit Magen-Darm-Infekten in die Zentrale Notaufnahme des Klinikums, teilt Klinikum-Sprecherin Gisa Stämm mit. Saisonbedingt gebe es derzeit auch sehr viele Patienten mit Grippe, teilweise müssten sie wegen der Schwere der Erkrankung sogar auf der Intensivstation behandelt werden, so Stämm.

Bis Ende März oder Anfang April können Menschen sich noch vorbeugend gegen Grippe impfen lassen, sagt Müller. Ein Risiko, sich mit Influenza anzustecken, bestehe aber trotzdem, da zwischen Impfung und Wirkung etwa zwei Wochen vergehen. „Wer sich in diesem Zeitraum schon ansteckt, den schützt auch eine Impfung nicht.“

Grippewelle: 2018 viele Kranke

Vor allem die starke Grippewelle im vergangenen Jahr machte den Menschen in Hessen zu schaffen. Nach einer aktuellen Auswertung aller hessischen Krankmeldungen der DAK-Gesundheit, die rund 750.000 Menschen in Hessen versichert, stieg der Krankenstand leicht von 4,2 auf 4,3 Prozent an. Bezogen auf 100 erwerbstätige Versicherte der DAK-Gesundheit verursachten sie rund 273 Fehltage, elf Tage mehr als 2017. Als weitere Ursache für die vielen Ausfälle nennt die DAK grippale Infekte oder Bronchitis.

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