Beim zweiten Toten soll es sich um 87 Jahre alten Ehemann handeln

Explosion in Knüllwald: Feuerwehr findet zweite Leiche

Das durch die Explosion eingestürzte Haus in Knüllwald-Wallenstein.

Knüllwald. Bei einer Explosion am Montag in Knüllwald-Wallenstein sind zwei Menschen getötet worden. In der Nacht fand die Feuerwehr die zweite Leiche.

Dieser Artikel wurde am Dienstag um 9.15 Uhr aktualisiert. Gegen 17.15 Uhr hatte es die Explosion in einem Wohnhaus in Knüllwald-Wallenstein, Hüttenmühle, gegeben. 

Das Haus ist dabei komplett eingestürzt. Von den zwei Personen, die sich im Haus aufgehalten haben sollen, wurde die 74-jährige Bewohnerin tot geborgen. In der Nacht zum Dienstag wurde eine zweite Leiche gefunden - laut Polizei handelt es sich wahrscheinlich um den 87 Jahre alten Ehemann. Nach ihm war auch per Hubschrauber und mit einer Wärmebildkamera gesucht worden. Zunächst war sogar von vier Personen die Rede gewesen, die sich zuvor im Gebäude aufgehalten haben sollen. Die beiden Hunde des Ehepaares sind vermutlich ebenfalls unter den Trümmern eingeschlossen.

Ein Trümmerhund aus Marburg wurde eingesetzt, um nach den Verschütteten zu suchen. Ein zwölfjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft zog sich nach Angaben der Polizei wegen herumfliegender Glassplitter Verletzungen zu und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Trümmerteile und Hausrate lagen schon weit vor dem Haus auf dem Boden. Ein Nachbarhaus wurde von der Explosion derart in Mitleidenschaft gezogen, dass es zunächst nicht bewohnbar ist.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll es sich bei der Unglücksursache um eine Gasexplosion gehandelt haben, die das Wohnhaus zum Einsturz brachte. Das Haus wurde nach Angaben des Landrats Winfried Becker (SPD) mit Gas versorgt. Die Retter waren anfangs nicht sicher, ob noch Gas an der Unglücksstelle austreten würde. Mit Drehleiter und unter Atemschutz näherten sie sich dem Unglücksort. Die Bundeswehr rückte mit schwerem Gerät an, mit dem die Trümmer beiseite geschafft werden sollen.

"So eine Schadenslage hatten wir noch nie", sagte Knüllwalds Bürgermeister Jürgen Roth. Mit ihm sind auch der Landrat und der Vize-Landrat des Schwalm-Eder-Kreises am Einsatzort gewesen.

Explosion noch im Nachbarort zu hören

Die Explosion soll so stark gewesen sein, dass man sie noch im benachbarten Ort Rodemann gehört und gespürt haben soll, wie Zeugen berichten. Rodemann liegt Luftlinie etwa acht Kilometer von Wallenstein entfernt. Bei dem explodierten Gebäude handelte es sich um einen Teil der am Ortsrand gelegenen Hüttenmühle, die aus mehreren Häusern besteht.

Mitarbeiter eines Unternehmens, das dem explodierten Haus gegenüberliegt, hatten die Explosion gesehen. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich auch um die Zeugen. Feuerwehr, Polizei und THW befanden sich mit 150 Personen im Großeinsatz.

Die Schadenshöhe wird von der Polizei auf 150.000 bis 200.000 Euro geschätzt. Für die Ermittlungen ist die Kriminalpolizei in Homberg zuständig.

Explosion: Haus in Knüllwald eingestürzt

Hier ist Wallenstein

Die Gemeinde Knüllwald hat rund 4500 Einwohner und entstand im Dezember 1971 aus dem Zusammenschluss von neun Orten, darunter auch Wallenstein, in dem heute etwas mehr als 200 Menschen leben. Das an der Autobahn 7 zwischen Bad Hersfeld und Homberg gelegene Dorf ist in der Region vor allem durch eine Burgruine und die idyllisch gelegene Lochbachklamm bekannt.

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