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Frankfurter Zoll stellt 2021 über 26.000 Kilo Drogen sicher

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Pressekonferenz Hauptzollamt Frankfurt
MDMA liegt in einem Motorgetriebe, das zum Schmuggel verwendet wurde. © Sebastian Gollnow/dpa

Festgenommene Schmuggler, tonnenweise sichergestelltes Rauschgift, Tausende von Ermittlungsverfahren - Frankfurter Zöllner hatten im vergangenen Jahr einiges zu tun.

Frankfurt/Main - Fündig wurden sie unter anderem in Kosmetikdosen, Kräutertöpfen oder doppelten Kofferböden: Die Zöllner in Frankfurt/Main haben im vergangenen Jahr mehr als 26.000 Kilogramm Drogen im Wert von rund 129 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen. Sie fanden diese in Postsendungen, in Fracht und bei Reisenden, wie es in der am Donnerstag vorgestellten Jahresbilanz des Hauptzollamts hieß. Nach Angaben des Zollfahndungsamts Frankfurt wurden 2021 mehr als 2500 Ermittlungsverfahren neu eingeleitet.

Entdeckt wurden etwa 22.000 Kilogramm der Kaudroge Khat - die größte Menge, die je in einem Jahr am Frankfurter Flughafen sichergestellt wurde. Außerdem fanden die Zöllner bei Kontrollen 494 Kilogramm Kokain, 450 Kilogramm synthetische Drogen wie Amphetamin und Ecstasy, 27 Kilogramm Heroin und 365 Kilogramm Haschisch und Marihuana, so die Bilanz.

Insgesamt 110 Drogenkuriere wurden vorläufig festgenommen, so Markus Tönsgerlemann, der Leiter des Hauptzollamtes. Darunter war ein Mann, der als „Schlucker“ identifiziert wurde. Er hatte in 70 Behältnissen rund 700 Gramm Kokain im Körper transportiert. Die Schmuggler setzten nicht nur auf doppelte Kofferböden oder Verstecke in der Kleidung. Drogen wurden in Kosmetikdosen, Kräutertöpfen oder Kinderspielzeug versteckt. Im vergangenen Sommer stießen die Zöllner auf jeweils drei Kilogramm flüssiges Kokain, eingemischt in Kokosfett im Reisegepäck zweier Frauen.

Im Kampf gegen Marken- und Produktpiraterie wurden im vergangenen Jahr knapp 270.000 Plagiate in einem Warenwert von rund 58 Millionen Euro beschlagnahmt, die mehrheitlich aus China kamen. Unter den gefälschten Produkten waren Arzneimittel, Mobiltelefone, Kleidung und Schuhe ebenso wie Action-Cams oder Geschirr.

Auch Bargeldschmuggel in teils großem Stil konnte verhindert werden. So wurden 8,5 Millionen Euro in Reisekoffern sichergestellt, die in den Libanon gehen sollten. Die Ermittlungen ergaben, dass das Geld mit Rauschgifthandel verdient wurde. Die Zöllner fanden Bargeld auch in Kinderüberraschungseiern, in Schinkenkeulen und Portweinflaschen.

Im Einsatz gegen Artenschutzschmuggel wurden mehr als 50.000 artengeschützten Tiere oder Pflanzen sichergestellt - darunter eine Bengalkatze, ein Graupapagei und 300 Leguane.

Der Flughafen ist allerdings nicht der einzige Einsatzort des Hauptzollamts Frankfurt. Wie schon in den Vorjahren war die Bekämpfung der Schwarzarbeit einer der Schwerpunkte der Arbeit. Es gab den Angaben zufolge Prüfungen bei 383 Arbeitgebern. Die Schadenssumme im Rahmen von straf- und bußgeldrechtlichen Ermittlungen beläuft sich danach auf rund 9,6 Millionen Euro. Die Summe der Verwarnungsgelder, Geldbußen und Einziehungsbeträge beträgt den Angaben zufolge 271 481 Euro.

Die gut 2500 Ermittlungsverfahren richteten sich den Angaben zufolge gegen insgesamt mehr als 2700 Verdächtige. Das Zollfahndungsamt Frankfurt ist als eines von acht Zollfahndungsämtern in Deutschland allerdings für einen größeren Bereich als das Hauptzollamt Frankfurt zuständig und ermittelt vor allem in mittleren und schweren Fällen sowie in der Organisierten Kriminalität.

In seinem Zuständigkeitsbereich wurden im Jahr 2021 sogar mehr als 5,2 Tonnen Rauschgift und 14 Millionen unversteuerter Zigaretten sichergestellt. Zudem wurden laut Jahresbericht mehr als 100 Haftbefehle und rund 350 Durchsuchungen vollstreckt.

Mit Abstand die meisten Ermittlungen wurden demnach im Bereich der Drogenkriminalität geführt: Gemeinsam mit den Länderpolizeien von Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ermittelten die Beamten in 1744 Verfahren. Das entspricht einem Plus von gut 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit verhinderten die Ermittler nach eigener Darstellung einen Steuerschaden in Millionenhöhe.

Der Zuständigkeitsbereich des Zollfahndungsamts Frankfurt erstreckt sich von Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz bis zur nordrhein-westfälischen Landesgrenze sowie von Belgien, Luxemburg und Frankreich bis nach Aschaffenburg in Bayern, Thüringen und Göttingen in Niedersachsen. dpa

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