Tabuzone Mainufer

Frankfurter Polizei kontrolliert erstmals E-Scooter-Fahrer

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E-Scooter im Straßenverkehr.

Die neumodischen E-Scooter dürfen nicht überall in Frankfurt gefahren werden Gegenüber Fahrrädern haben sie außerdem einen Nachteil.

Frankfurt - Die junge Polizistin schaut reichlich irritiert, als der Tourist sie fragt, ob er „on this bridge“ mit dem Elektroroller fahren dürfe. Die Beamtin schaut sich in Richtung Eiserner Steg um und verneint. Der Tourist aus Großbritannien ist bei einer Kontrolle am Mainufer erwischt worden, als er auf einem der neuen E-Scooter unterwegs ist. Die Polizei kontrolliert dort am Mittwochnachmittag, denn das Fahren mit den neumodischen Fahrzeugen ist dort verboten.

Rund einen Monat nach Zulassung der E-Scooter für den Straßenverkehr herrscht noch Unklarheit, wo in Frankfurt die Roller gefahren werden dürfen. Ursprünglich hieß es, überall dort, wo auch Radfahrer unterwegs sein dürfen. Oberkommissar Carsten Kehr von der Verkehrsüberwachung präzisiert: „In Fußgängerzonen und Grünanlagen ist die Nutzung verboten.“ 

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Da die Stadt Frankfurt das Mainufer als Grünanlage wertet, sind die E-Scooter dort genauso tabu wie auf der Zeil oder dem Römerberg, die als Fußgängerzonen gelten. Die Nutzer der E-Scooter müssen generell mehr auf der Hut sein als Fahrradfahrer. Denn bei Alkohol am Steuer gelten für die Roller die Promillegrenzen wie beim Autofahren und nicht etwa die großzügigere Auslegung für Radler.

Teurer Ausflug für Rollerfahrer

Der britische Tourist muss die 15 Euro Strafe für das Fahren am Mainufer nicht zahlen. Die Polizisten sind gnädig und lassen ihn mit einer Ermahnung davonkommen. Ein anderer Verkehrsteilnehmer kurz zuvor hatte weniger Glück. Er war auf einem privaten Roller ohne Zulassung unterwegs. Da sind 70 Euro Bußgeld für das Fahren ohne Betriebserlaubnis fällig. Aber es kommt noch schlimmer: „Da er ohne Versicherungsschutz unterwegs war, gibt es auch noch eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Versicherungsgesetz“, erklärt Kehr. Damit ist das Ungemach für den Roller-Desperado aber noch nicht beendet. Die Kontrolleure am Main haben auch einen Rollenprüfstand dabei. Damit kann die Geschwindigkeit des Fahrzeugs ermittelt werden. Die Messung ergibt 27 km/h, erlaubt sind 20. Das war ein teurer Ausflug ans Mainufer. In der vergangenen Woche haben die Beamten bereits einen Roller sichergestellt, der es auf Tempo 38 brachte.

Allzu viel zu tun haben die Polizisten bei ihrer Kontrollaktion nicht. „Wir sind noch dabei, Erfahrungswerte zu sammeln“, sagt Oberkommissar Kehr zu der ersten speziellen Kontrolle dieser Art.

Regeln

Für die Nutzung der E-Scooter gelten strenge Regeln. Die Roller werden behandelt wie Fahrzeuge, nicht wie Fahrräder. Die Verbotsliste ist lang und reicht von zehn Euro für die Nutzung zu zweit bis zu 180 Euro bei Missachtung einer Ampel, die schon länger als eine Sekunde Rot zeigt.

Besonders schwer wiegt der Verstoß gegen die Pflichtversicherung. Wer ohne Versicherungsplakette auf einem E-Roller unterwegs ist, begeht eine Straftat.

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