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Frankfurt verliert den Anschluss an die oberen Ränge

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FC Augsburg - Eintracht Frankfurt
Cheftrainer Oliver Glasner von Eintracht Frankfurt gestikuliert am Spielfeldrand. © Matthias Balk/dpa/Bildarchiv

Eintracht Frankfurt nutzt die Chancen in der Offensive nicht und lässt zu viele Gegentore zu. Davon profitiert Arminia Bielefeld beim 2:0. Die Hessen bleiben hingegen weiter ohne Sieg in der Rückrunde und sind etwas ratlos. Leverkusen und Co. ziehen derweil davon.

Frankfurt/Main - Oliver Glasner zog nach dem dritten sieglosen Spiel von Eintracht Frankfurt im Jahr 2022 ein bitteres Fazit. „Wenn du vorne kein Tor erzielst und hinten schlecht verteidigst, verlierst du das Spiel“, sagte der Österreicher nach der 0:2-Schlappe gegen Arminia Bielefeld in der Fußball-Bundesliga am Freitagabend.

Statt für eine Nacht auf den fünften Rang und damit auf einen Europacup-Platz vorzurücken, müssen die Hessen nach dem nächsten Rückschlag bangen, den Anschluss zu verlieren. Denn die direkten Widersacher Leverkusen (5:1 gegen Augsburg), Union Berlin (2:1 in Gladbach) und Freiburg (2:0 gegen Stuttgart) punkteten allesamt.

Dabei hatte Glasner das eigene Spiel schon genug geärgert. „Die erste Chance resultierte im 0:1, die zweite im 0:2“, befand der Trainer. Erst ließ die Eintracht-Abwehr den Bielefelder Patrick Wimmer (5. Minute) frei zum Schuss kommen. 22 Minuten später verblüffte der Österreicher mit einer „Rabona“-Flanke, bei der er mit gekreuzten Beinen den Ball zu seinen österreichischen Landsmann Alessandro Schöpf schoss, der ihn mit der Brust ins Tor beförderte.

Danach mühten sich die Frankfurter, den Rückstand wieder wett zu machen, konnten aber trotz 65 Prozent Ballbesitz und 656 Pässen - ein Bundesliga-Höchstwert in dieser Saison - nichts Zählbares mehr erreichen. „Wir haben alles probiert, aber es hat nicht geklappt“, attestierte der Coach seinem Team. „Wir hätten ein Tor gebraucht, um das Momentum auf unsere Seite zu ziehen und die Partie vielleicht noch mal zu drehen.“

Auf der Suche nach Erklärungen, warum es nach einem starken Endspurt in der Hinrunde diesen Bruch mit zwei Niederlagen gegen Dortmund (2:3) und Bielefeld sowie einem Remis in Augsburg (1:1) gibt, wurden Glasner und Co. nicht wirklich fündig. Da mussten das fehlende Quäntchen Glück in der Offensive und die fehlende Konsequenz in der Defensive als Gründe herhalten.

„Vielleicht haben wir uns zuletzt etwas zu viel mit der schlechten Chancenverwertung beschäftigt, und es hat sich somit in den Köpfen ein bisschen festgesetzt“, meinte der ratlose Cheftrainer. „Das nötige Glück müssen wir uns wieder erarbeiten.“ Deutlicher prangerte er das fehlerhafte Verhalten in der Abwehr an: „Wenn man sich in einigen Situationen stümperhaft anstellt, verliert man das Spiel.“

Nach der Länderspielpause sind der VfB Stuttgart, der VfL Wolfsburg und der 1. FC Köln die nächsten Gegner. „Wir haben schon mehrere schwierige Situationen durchgemacht und haben jetzt zwei Wochen, um die Ärmel hochzukrempeln, hart zu arbeiten und zurück in die Erfolgsspur zu finden“, sagte Glasner. „Jetzt gilt es, den Kopf oben zu halten und weiter zu machen.“

Allerdings sollte die Fortsetzung schon erfolgreicher und der erste Sieg im neuen Jahr eingefahren werden, um die Rückkehr zumindest in die Europa League zu schaffen. „Wir sind nicht zufrieden“, betonte Sportvorstand Markus Krösche und kritisierte: „Das, was an Punkten möglich war und was wir geholt haben, ist zu wenig. Gerade zu Hause gegen Bielefeld muss es unser Anspruch sein, zu gewinnen.“

Auch für Mittelfeldspieler Sebastian Rode war die Niederlage eine große Enttäuschung. „Es war ein gebrauchter Abend“, befand der Kapitän. „In Augsburg kannst du unentschieden spielen, heute wollten wir aber unbedingt gewinnen. So gehen wir mit einem schlechten Gefühl in die Länderspielpause.“ dpa

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