Car-Sharing

Tesla S mieten in Frankfurt: Mann bietet sein Elektroauto für Touren an

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Marcus Riecke (Turo Car-Sharing links) und Markus S., der Tesla-Fahrer, stellen das Auto für das private Car-Sharing Unternehmen Turo vor.

Elektroautos von Tesla sind auch in Frankfurt selten. Markus S. vermietet seinen Flitzer über „Turo“ privat. Eine Tagesfahrt ist nicht übermäßig teuer. 

  • Mann vermietet Tesla S in Frankfurt-Hausen
  • Exklusives Elektroauto ist als Mietauto beliebt
  • Pro Tag kostet der Tesla aus Frankfurt beim Car-Sharing von „Turo“ rund 120 Euro

Frankfurt – Tesla fahren für 119 Euro pro Tag? Das ist möglich mit dem dunkelblauen Tesla S des Weilroders Markus S. Der Mann vermietet sein Auto.

Er ist damit einer von rund 460 Autobesitzern in und um Frankfurt, die am System "Turo" teilnehmen. Das Berliner Unternehmen vermittelt zwischen Autobesitzern und Mietinteressenten. Es funktioniert ähnlich wie die Vermietung von Ferienwohnungen mit Airbnb. "Es gibt einen Unterschied", sagt Marcus Rieke, Geschäftsführer der Berliner Plattform: "Wir bieten nicht das knappe Gut Wohnraum an." Sondern Autos, von denen genügend viele ungenutzt in den Straßen stehen.

Tesla S mit Car-Sharing mieten in Frankfurt: Hilfe beim Laden des Elektroautos

Wie das von Markus. "Ich wohne mit meiner Familie in Weilrod, aber das Auto steht in Frankfurt-Hausen", sagt er. Ein Bekannter sorgt dafür, dass es sauber ist und die Akkus geladen sind. Seit August bietet Markus seinen Zweitwagen auf der Plattform Turo an (www.turo.com). Neun Mal war es seither vermietet. Klingt nicht nach viel, bei vier Monaten Teilnahme. Aber: Die Autos bei Turo werden meist für mehrere Tage gemietet. "Osteuropäer sind mit meinem Auto nach Paris gefahren, andere haben eine touristische Tour durch Deutschland und die Niederlande unternommen", sagt Markus S. Alle waren zufrieden mit dem Tesla.

Es ist für 99 Prozent der Autofahrer noch immer ein komisches Gefühl, in ein Auto zu steigen, das elektrisch funktioniert. Auf Kurzstrecken, gut, das funktioniert auch im Winter. Aber eine Urlaubsreise? Wo denn laden, wenn die Batterie leer wird?

Car-Sharing: US-Amerikaner mietet Tesla S aus Frankfurt als Urlaubsfahrzeug

Markus S. kennt verschiedene Kundentypen: Solche, die ohnehin schon Tesla fahren und wissen, wie es geht. "Zum Beispiel der US-Amerikaner, der zu Hause auch Tesla fährt. Er ist am Flughafen angekommen, hat das Auto abgeholt und es als Urlaubsfahrzeug genutzt", so S. Übrigens kostet der Tesla ab einer Woche Nutzung nicht mehr 119 Euro, sondern nur noch 71 Euro pro Tag, Kilometer unbegrenzt.

Eine andere Gruppe von Mietern sind die, die es als Abenteuer sehen und kennenlernen wollen: Die Zukunft der Mobilität, möglicherweise. "Aber es ist sehr sicher", sagt Markus, der wie andere Tesla-Fahrer vom System überzeugt ist. "Es gibt an allen europäischen Autobahnen Schnelllader von Tesla. Sie sind kostenlos." 

Der Bordcomputer des Model S rechnet aus, wo der Fahrer den Akku halb laden muss, um bis zum nächsten Schnelllader zu kommen und dann weiter auf der Autobahn zum Ziel. An den langsameren Ladern im Stadtgebiet dauere es auch nicht länger als eine Stunde, genügend Energie zu tanken, um zum nächsten Schnelllader auf der Autobahn zu kommen. "Grundsätzlich lädt die Batterie am Anfang sehr schnell, wenn sie leer ist. Je voller sie wird, um so weniger Energie pro Zeiteinheit wird aufgenommen." Es genüge meist, nur 80 oder 90 Prozent zu laden, um zur nächsten Ladestelle zu gelangen.

Tesla S als Mietauto im Car-Sharing: Nur gute Erfahrungen mit Kunden aus Frankfurt

Mit seinen Kunden hat Markus bislang nur gute Erfahrungen gemacht. Keiner verließ das gebraucht gekaufte Auto Baujahr 2014 verschmutzt oder beschädigt. Das würde auch schlechte Kritiken hervorrufen. "Die Bewertung ist für beide Seiten wichtig, für Vermieter und Mieter", sagt Marcus Riecke, der Organisator.

Bei vielen kommt der Tesla S gut an, etwa bei diesem Twitter-User aus den USA.

Turo gibt es seit Anfang 2018 in Deutschland. Zurzeit nehmen 4700 Autobesitzer daran teil. Das heißt, sie teilen ihr Fahrzeug mit anderen. Meist mindestens tageweise, wenn der Besitzer das Auto entbehren kann. Stundenweise, das lohne sich nicht: "Wir sind etwa ein Drittel günstiger als eine normale Autovermietung. Da bleibt zu wenig übrig", so Riecke. Jedenfalls wenn ein Kleinwagen ab etwa 30 Euro pro Tag zu haben ist. Im Schnitt beträgt die Mietdauer drei Tage. 

Car-Sharing in Frankfurt: Vermieter hat zweiten Tesla zu Hause im Taunus

Für Markus ist das kein Problem. Er hat zu Hause in Weilrod noch einen zweiten Tesla. "Mit dem bin ich in ganz Europa unterwegs", sagt er. Pro Jahr fährt er mehr als 100 000 Kilometer, war zuletzt im winterlichen Russland zwischen Leningrad und Moskau unterwegs.

Dass er seinen günstig in Schweden erworbenen Zweit-Tesla für andere zur Verfügung stellt, hat auch etwas mit den Kosten zu tun. Einen Teil der Kosten des Autos kann er durch die Einnahmen decken. "Im Schnitt bleiben pro Vermietung 130 Euro bei den Autobesitzern", errechnet Riecke. Das bezieht sich auf alle Autos, vom VW Polo bis zum Porsche Cayenne, und auf jede Mietdauer.

Der Tesla aus Hausen ist der günstigste, den Turo im Angebot hat. Etwa sieben Prozent der Fahrzeugflotte sind elektrisch - sieben Mal mehr als im Bundesdurchschnitt. Der Tesla von Markus S. ist aber nur eines von vielen Elektro-Gefährten, die in Frankfurt zeitweise gemietet werden können

Von Thomas J. Schmidt

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