Prozess gegen drei Ärztinnen

Klinik-Tragödie: Frau nach Kaiserschnitt verblutet - Witwer spricht vor Gericht 

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Bei einem Kaiserschnitt kam es bei der Patientin in Frankfurt zu Komplikationen (Symbolbild).

Klinik-Tragödie in Frankfurt: Im Markus-Krankenhaus verblutet eine junge Frau nach einem Kaiserschnitt. Wer trägt die Schuld an ihrem Tod? Witwer sagt aus. 

Update vom Montag, 21.10.2019, 15.32 Uhr: Derzeit läuft der Prozess um den Tod einer jungen Frau. Sie war 2014 nach einem Kaiserschnitt in einer Frankfurter Klinik gestorben. Den drei behandelten Ärztinnen wird von der Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung vorgeworfen. Nun sagte vor kurzem der Witwer der damals 31 Jahre alten Frau aus. 

Wie eine RTL-Hessen-Reporterin vom Prozess berichtete, hoffe der Ehemann, dass nun vor Gericht die Wahrheit ans Licht komme. Der Tod seiner Frau habe sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. "Alle Pläne, die er hatte, seien damit hinfällig gewesen", berichtet die Reporterin. Zusammen mit seinen Eltern und den Schwiegereltern sei es ihm jedoch gelungen für seinen Sohn da zu sein. 

Klinik-Drama nach Kaiserschnitt - Wer trägt Schuld an Tod von junger Frau?

Update vom Donnerstag, 17.10.2019, 16 Uhr: Am Mittwoch, 16.10.2019, hat das Landgericht in Frankfurt im Fall der 31-Jährigen verhandelt, die nach Komplikationen nach einem Kaiserschnitt starb. Der Fall ereignete sich 2014 im Frankfurter Markus-Krankenhaus. Zum Prozessauftakt sagte Richter Daniel Trosch, dass es darum gehe, "ob eine sehr persönliche Tragödie in irgendeiner Weise strafrechtlich relevant sei". 

Frankfurt: Nach Kaiserschnitt in Klinik verblutet - Drei Ärztinnen angeklagt

Von dem Prozess berichtete die Frankfurter Rundschau*. Die drei angeklagten Frauen hätten höchstens in "unbewusster Fahrlässigkeit gehandelt", falls sie überhaupt Verantwortung trügen, so der Richter. Es gehe vor Gericht darum die Frage zu klären, ob der Tod der Patientin zu vermeiden gewesen wäre. Die Mutter habe laut Anklageschrift einen gesunden Jungen geboren, nach der Geburt sei noch alles in Ordnung gewesen.

Dann sei es allerdings zu Komplikationen gekommen: Die Frau habe schwere innere Blutungen bekommen. Nach der Geburt sei sie noch zweimal operiert worden. Schließlich sei aber ihr Kreislauf kollabiert, die Reanimation wirkte nicht. 

Laut Krankenhausprotokoll wurde die Patientin regelmäßig untersucht, nach der Verschlechterung ihres Zustands habe die erste Operation scheinbar eine Verbesserung gebracht. Zwei der angeklagten Ärztinnen seien sogar aus dem Feierabend zurückgerufen worden, nachdem sich der Zustand der Frau rapide verschlechtert habe.

Frankfurt: Blutung nach Kaiserschnitt "interdisziplinäre Herausforderung"

Aufgrund einer Blutgerinnungsstörung habe die verabreichte Menge an Blut und Infusionen möglicherweise nicht ausgereicht, um die Patientin zu stabilisieren. Laut Anklage sei diese Diagnose aber wohl nicht rechtzeitig im Operationssaal bekannt gewesen. "Die postnatale Blutung ist eine interdisziplinäre Herausforderung", so ein Verteidiger. Die drei Angeklagten hätten sich nichts zu schulden kommen lassen. Der Verteidiger sieht höchstens eine Schuld bei den Anästhesisten – die nicht vor Gericht stünden. 

Bislang sind zehn Verhandlungstage angesetzt. Am nächsten Tag soll der Mann als Nebenkläger aussagen.

Update vom Mittwoch, 16.10.2019, 17.20 Uhr: Nachdem eine Frau an einer Frankfurter Klinik wegen Komplikationen bei einem Kaiserschnitt verblutet ist, müssen sich drei Ärztinnen vor Gericht verantworten. Am ersten Anklagetag äußerten sich die drei Frauen nicht zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen fahrlässige Tötung vor. 

Frankfurt: Klinik-Tragödie - Drei Ärztinnen müssen sich verantworten

Sie sollen zu spät eingegriffen haben, nachdem sich bei der Mutter eine Gebärmutterschwäche mit Blutverlust bemerkbar gemacht habe. Ihr Baby hatte sie zuvor noch gesund auf die Welt gebracht. Am ersten Verhandlungstag wurde lediglich die Anklageschrift verlesen. Die Verteidiger hatten mitgeteilt, dass die Ärztinnen sich nicht zu dem Vorwurf einlassen würden. Am kommenden Verhandlungstag sollen zahlreiche Zeugen und Gutachter vernommen werden. 

Erstmeldung vom Mittwoch, 16.10.2019, 11 Uhr: Frankfurt - Drei Frauenärztinnen stehen seit Mittwochmorgen (16.10.2019) vor dem Landgericht Frankfurt und müssen sich wegen des Todes einer Patientin verantworten. Wie hessenschau.de berichtet, wirft die Staatsanwaltschaft den Frauen zwischen 37 und 64 Jahren vor, für den Tod einer Patientin verantwortlich zu sein. Die 31-jährige Frau starb im Juli 2014 nach einem Kaiserschnitt.

Frankfurt: Mutter stirbt nach Komplikationen bei Kaiserschnitt in Krankenhaus

Den Medizinerinnen wird vorgeworfen, auf die Komplikationen zu spät reagiert zu haben. Die junge Frau habe schwere Blutungen erlitten und daraufhin einen Kreislaufschock gehabt. Deshalb sei die Frau nach dem Eingriff verblutet. Der Vorwurf gegen die leitende Oberärztin, einer weiteren Oberärztin und einer Assistenzärztin lautet fahrlässige Tötung. Sie hätten auf die Komplikationen nicht rechtzeitig reagiert. Durch die passenden Medikamente hätte der Tod der jungen Mutter verhindert werden können. Veranschlagt sind bislang zehn Verhandlungstage bis Mitte November.

Um die Versorgung zu verbessern, soll eine App die Wartezeiten in Praxen abschaffen. Dies ist nur eines von vielen hessischen Projekten, die die Digitalisierung im Gesundheitsbereich vorantreiben sollen. Die Medizinische Gesellschaft rät dringend zur Impfung gegen diese Krankheit: Durch sie sterben mehr Menschen, als durch Tumorerkrankungen.

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

agr

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