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Omikron-Chaos im Nahverkehr? Ausfälle und Notfahrplan drohen

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Von: Kim Hornickel

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Weichenstörung in Frankfurt am Main
Zwingt Omikron den ÖPNV in die Knie? Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG erwartet die Einführung eines Notfallfahrplans. (Symbolfoto) © Sven-Sebastian Sajak/Imago Images

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft rechnet wegen der Corona-Mutation Omikron mit Ausfällen im ÖPNV. Für einen Notfallplan fehlt aber das Personal.

Frankfurt – Die Coronavirus-Mutation Omikron rollt über Hessen und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) rechnet mit zahlreichen krankheitsbedingten Ausfällen bei dem Zugpersonal. Die Auswirkungen könnten den ÖPNV streckenweise lahmlegen, befürchtet die Gewerkschaft. Deshalb fordert der stellvertretende EVG-Vorsitzende Martin Burkert schon jetzt einen Notfallplan für die Deutsche Bahn*, wie er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte.

Das sei nötig, um dem Extremfall vorzubeugen. „Man muss jetzt beim Personal haushalten und Ressourcen sparen – damit es nicht zum Zwang der Notfallpläne wegen Krankheit und Quarantäne kommt“, sagte Burkert dem RND.

Impfungen und Corona-Tests statt Notfallplänen bei der Deutschen Bahn in Frankfurt

Die Deutsche Bahn reagierte auf Nachfrage zögerlich, von Notfallplänen spricht dort bisher niemand. Zwar habe „der Schutz der Mitarbeitenden oberste Priorität“, eine Auswirkung der drohenden Omikron-Welle sieht die Deutsche Bahn laut einer Sprecherin bisher aber nicht. Die DB setze stattdessen auf Impfungen und Tests, so die Sprecherin.

Auch die steigende Zahl von Krankheitsfällen bei den DB-Mitarbeitern sei noch kein Grund zur Sorge. „Aktuell läuft der Betrieb ruhig und weitgehend reibungslos“, sagte die Sprecherin. Trotzdem sind schon jetzt geringe Auswirkungen zu spüren. Wegen fehlenden Zugpersonals müssen bereits Züge entfallen. Die Deutsche Bahn beschwichtigt: „Die Mehrheit unserer Kundinnen und Kunden spürt aktuell keine Auswirkungen. Beeinträchtigungen auf den Bahnbetrieb sind gering und beschränken sich regional auf wenige Züge.“

Verkehrsbetriebe kämpfen mit der Pandemie: „Wenn Fahrpersonal ausfällt, bleiben Züge stehen“

Omikron scheint die Verkehrsbetriebe bisher wenig zu beeinträchtigen. Die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft (VGF) in Frankfurt teilte auf die Nachfrage, ob sie mit einem Notfallplan rechne, mit: „Grundsätzlich ist es unser Ziel, den regulären Betrieb so lange wie möglich in gewohnter Form aufrechtzuerhalten. Sollte dies irgendwann nicht mehr möglich sein, werden wir bei der Gestaltung des Fahrplans auf die Erfahrungen zurückgreifen, die wir diesbezüglich zum Beginn der Pandemie gemacht haben.“ Wie gut sie beim Thema Personal derzeit aufgestellt ist, wollte die VGF nicht mitteilen.

Ganz anders sieht es bei der Hessischen Landesbahn aus. Hier wäre man für einen Notfallplan offen, aber es fehle an Personal, um einen solchen auf die Beine zu stellen, erklärte eine HLB-Sprecherin auf Anfrage der Redaktion. Vereinzelte Personalausfälle könnten aber mit Reservediensten abgefangen werden, doch im Notfall werde es eng. „Sollte Fahrpersonal im großen Stil ausfallen, sei es durch Infektion oder Quarantäne, müssten zahlreiche Züge und Busse stehenbleiben“, erklärte die Sprecherin.

Pandemie schränkt ÖPNV ein: HLB muss möglicherweise wieder auf weniger Fahrten setzen

Für die HLB wäre es nicht das erste Mal. Schon im Frühjahr 2020 hatte die Verkehrsgesellschaft nur eingeschränkte Fahrten anbieten können. In Absprache mit den Aufgabenträgern könne der reduzierte Plan erneut eingesetzt werden, erklärte die Sprecherin. Noch sei das aber nicht nötig. „Bisher haben wir glücklicherweise keinen erhöhten Krankenstand“, so die Sprecherin.

Seit Ende November gilt im ÖPNV in Hessen außerdem eine 3-G-Pflicht*. Fahrgäste sollten zu den Corona-Maßnahmen in den öffentlichen Verkehrsmitteln bestimmte Dinge wissen. (Kim Hornickel) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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