87-jährige Betreiberin hofft auf Rettung

Es droht das Aus: Oldschool-Tabakladen in Frankfurt kämpft ums Überleben

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Die Zeit scheint stehengeblieben im Tabakladen in der Münchener Straße 18 am Hauptbahnhof in Frankfurt. Die Einrichtung stammt noch von 1964. 

Nach 55 Jahren droht einem Tabakladen am Hauptbahnhof in Frankfurt das Aus. Der Mietvertrag wird nicht verlängert und neue Räume sind im Viertel nicht in Sicht. 

Frankfurt - Ans Aufhören verschwendet Hilde Petersen-Weider keinen Gedanken. Untätig zu Hause im Sessel sitzen, das ist nämlich nichts für sie. 55 Jahre hat die mittlerweile 87-Jährige in ihrem Tabakladen in der Münchener Straße 18 in Frankfurt am Hauptbahnhof hinter dem Tresen gestanden. Jetzt droht jedoch das unfreiwillige Aus. Der Mietvertrag läuft zum 31. Dezember aus, neue Räume sind nicht in Sicht. "Wenn wir bis zum Jahresende nichts finden, dann suchen wir eben weiter", sagt sie mit sanfter, aber kämpferischer Stimme.

Das könnte allerdings schwierig werden. Denn die Preise für Gewerberäume sind auch am Hauptbahnhof zuletzt deutlich gestiegen. "3000 Euro für 25 Quadratmeter können wir nicht bezahlen", sagt Jörg-Björn Petersen. Er ist der Enkel von Hilde Petersen-Weider und will die Familientradition fortsetzen.

1932 hatten die Urgroßeltern das Tabakgeschäft eröffnet - anfangs war es noch auf der Zeil, später dann an der Hauptwache, 1964 zog das Geschäft an den Hauptbahnhof. "Ich war schon als Kind im Laden meiner Oma", sagt der 23-Jährige. Als er sich beruflich orientieren musste, habe er entschieden, ins Geschäft von Oma Hilde einzusteigen. "Das macht mir einfach Spaß. Und das zählt doch letzten Endes."

Frankfurt: Tabakladen am Hauptbahnhof droht Aus - Enkel soll Boss werden

Dass der Enkel der "neue Boss" werden soll oder schon ist, findet die 87-Jährige grundsätzlich toll. Doch allmählich drängt die Zeit für einen Neuanfang. Schon vor zwei Jahren hatte Hilde Petersen-Weider die Kündigung erhalten. Nach Berichten hatte ihr der Vermieter einen Aufschub gewährt. Doch diese zwei Jahre sind nun um. "Wir haben bislang aber noch keine geeigneten Räume im Bahnhofsviertel gefunden", bedauert die Geschäftsfrau. Aber aus Rücksicht auf ihre Stammkunden will sie unbedingt im Quartier bleiben.

Natürlich, so sagt Hilde Petersen-Weider, sei sie nicht die einzige am Hauptbahnhof Frankfurt, die Zigaretten und Zigarren verkaufe. Eine Besonderheit sei der Laden aber deshalb, weil ihr Lebensgefährte Rolf Düring Pfeifen und Feuerzeuge auch repariere. "Das ist ein wichtiges Standbein für uns", sagt Hilde Petersen-Weider stolz. Und ihr Enkel ergänzt: "Die Leute werden sogar zu uns geschickt, wenn sie ein Problem haben." Der besondere Service spreche sich eben herum und werde in Zeiten der Wegwerfgesellschaft von vielen Menschen durchaus geschätzt.

Jörg-Björn Petersen will diesen besonderen Service auch künftig anbieten. Deshalb geht er seit geraumer Zeit bei Rolf Düring und seiner Oma "in die Lehre", wie er sagt. "Ich kann ja schließlich nicht all' das innerhalb kürzester Zeit lernen, wofür andere Jahre gebraucht haben."

Beliebter Tabakladen in Frankfurt am Hauptbahnhof: 500 Pfeifen und Zippos

500 Pfeifen, 500 Zippos (spezielle Feuerzeuge), 45 Zigarrensorten und 120 Zigarettenmarken führt der Laden in der Münchener Straße 18 am Hauptbahnhof. Im Moment sind die Regale jedoch höchstens halb gefüllt, weil die Zukunft noch nicht gesichert ist. "Tabakwaren sind nicht unendlich haltbar. Deswegen bestellen wir derzeit nicht mehr so viel", erklärt Hilde Petersen-Weider.

Die Verkaufsräume sind in all' den Jahren nahezu unverändert geblieben. Die Einrichtung stammt noch aus dem Jahr 1964. In all' den Jahren hat Hilde Petersen-Weider keine brenzlige Situation erlebt, sie sei nie überfallen worden. Das Bahnhofsviertel habe sich zuletzt sehr gewandelt, sagt sie. Und zwar zum Vorteil. Alles sei schicker und sauberer als früher.

Das findet auch eine Stammkundin. Bedauern würde sie es sehr, wenn der kleine Tabakladen in der Münchener Straße am Hauptbahnhof verschwinden würde. "Ich finde es grundsätzlich schlecht, wenn die kleinen Läden schließen müssen." Denn damit ginge doch immer sehr viel Charme verloren.

Von Matthias Bittner

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