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Automatensprengungen in Hessen: Mutmaßlicher Bandenboss ausgeliefert

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Von: Sandra Kathe

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Bei Geldautomatensprengungen in Hessen wurden im Jahr 2021 rund 2,7 Millionen Euro erbeutet und ein fast ebenso hoher Sachschaden verursacht. (Symbolfoto)
Bei Geldautomatensprengungen in Hessen wurden im Jahr 2021 rund 2,7 Millionen Euro erbeutet und ein fast ebenso hoher Sachschaden verursacht. (Symbolfoto) © Andreas Arnold/dpa

Weil er an der Planung mehrerer Automatensprengungen beteiligt gewesen sein soll, ist ein 31-Jähriger aus dem Taunus von Spanien nach Deutschland ausgeliefert worden.

Frankfurt – Ein 31-Jähriger, der mutmaßlich zu den Anführern einer Geldautomatensprenger-Bande gehört, ist in Spanien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt* am Dienstag (15.02.2022) mit. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sei der Mann aus Bad Soden bereits seit Anfang Dezember in Spanien inhaftiert gewesen. Die Auslieferung nach Deutschland erfolgte am Montag (14.02.2022).

Dem mutmaßlichen Bandenboss wird vorgeworfen, an der Planung und Vorbereitung von mindestens vier versuchten beziehungsweise vollendeten Sprengungen beteiligt gewesen zu sein. Bei einem der Vorfälle, an dem der Mann aus Hessen* beteiligt gewesen sein soll, seien im April 2019 bei einer Automatensprengung in Neu-Isenburg* (Kreis Offenbach) 220.000 Euro erbeutet und 50.000 Euro Schaden verursacht worden.

Nach Automatensprengungen in Neu-Isenburg und Eschborn: Mutmaßlicher Bandenboss ausgeliefert

Nur einen Monat später sollen ebenfalls mutmaßliche Täter aus der Bande an der Sprengung eines Geldautomaten in Eschborn* (Main-Taunus-Kreis) beteiligt gewesen sein. Dabei seien 180.000 Euro erbeutet worden und ebenfalls ein hoher, nicht näher bezifferter Sachschaden entstanden. In zwei weiteren Fällen im thüringischen Eisenach sowie in Hofheim (Main-Taunus-Kreis) griffen rechtzeitig Einsatzkräfte der Polizei zu und nahmen mehrere Tatverdächtige fest.

Wie der Hessische Rundfunk berichtet, werden Fälle einer Automatensprengung nicht als reines Raubdelikt, sondern zudem als Sprengstoffanschlag behandelt. Strafrechtlich gehe es hierbei um die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, die nach Angaben des zuständigen Oberstaatsanwalts Georg Ungefuk je nach Schaden und Beute mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden könne.

2,6 Millionen Euro Schaden durch Automatensprengungen in Hessen – 2,7 Millionen Euro Beute

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der erfassten Sprengungen von Geldautomaten in Hessen von 30 im Vorjahr auf 56 gestiegen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. In 27 Fällen konnten die Täter 2021 an das Bargeld in den Automaten gelangen. Der Sachschaden betrug dabei insgesamt rund 2,6 Millionen Euro, die Täter stahlen nach Angaben der Ermittler mehr als 2,7 Millionen Euro. (ska mit dpa)

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