Ab 15. Dezember

Fahrplanwechsel im ÖPNV: Das sind die wichtigsten Änderungen

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Ältere Straßenbahn am Willy-Brandt-Platz: Ab 15. Dezember sind noch mehr dieser nicht behindertengerechten Wagen im Einsatz. 

Ab 15. Dezember müssen sich mehr Fahrgäste darauf gefasst machen, nur über Stufen in ihre Straßenbahn einsteigen zu können. Die Stadt muss weitere alte Tram-Wagen reaktivieren. Denn sie erweitert in vielen Details das Angebot - bei der Elektrischen wie auch U-Bahn und Bus.

Frankfurt -  Es ist der wichtigste Tag im Jahr für die jährlich über 320 Millionen Fahrgäste in Frankfurt: der Fahrplanwechsel. Grundlegende Änderungen gibt es zum 15. Dezember zwar nicht, doch wird das Angebot bei Bussen und Bahnen in Details verbessert.

Eine Verbesserung bringt auch eine Einschränkung mit sich: Wegen stark steigender Fahrgastzahlen verlängert die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq die Tram-Linie 14 im Gallus vom Gustavsburgplatz zur Mönchhofstraße, und die hier ebenfalls fahrende Linie 21 wird stets ab und bis Nied fahren. So entsteht ein 3¾-Minuten-Takt ab Nied, erklärt Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold. Fürs Mehrangebot sind mehr Fahrzeuge nötig.

Doch: "Wir sind blank", seufzt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). 45 bestellte neue Straßenbahnen sollten zwar ab Ende 2021 geliefert werden. Bis dahin muss sich die Stadt aber weiter behelfen. Seit März 2018 setzt sie in der Hauptverkehrszeit fünf Tram-Oldies der Baureihe Pt ein. Nun werden zwei weitere reaktiviert.

Fahrplanwechsel im Nahverkehr: Oldies mit Stufen

Diese seien mit den Eintrittstufen "nicht behindertengerecht", räumt Oesterling ein, aber der Einsatz sei notwendig, "um überhaupt alles fahren zu können". Selbst ein altes Schätzchen der Baureihe O aus dem Jahr 1969 hilft immer wieder aus. Er gehört zum Bestand des Verkehrsmuseums.

Unterwegs sind die Pt-Wagen laut Fahrplan den ganzen Tag über auf zwei Umläufen der Linie 15 Südbahnhof - Haardtwaldplatz, in den Hauptverkehrszeiten auch auf den Linien 17 und 18. Immerhin: Auf eine Pt-Fahrt folgt stets mindestens die nächste Abfahrt mit einer stufenlosen Bahn.

Bei der teuersten Neuerung ist die Stadt nicht Bauherr: Zwischen Flughafen und Stadion geht die 300 Millionen Euro teure Tunnelstation Gateway Gardens für die S-Bahn-Linien 8 und 9 in Betrieb. Traffiq streicht daher den Bus zum Terminal 1. Stattdessen gibt es eine neue Buslinie 77, die die neue Station mit der Cargo-City Süd verbindet. Damit wird dieser südliche Flughafenteil, wo derzeit auch Terminal 3 gebaut wird, erstmals angebunden.

Fahrplanwechsel im Nahverkehr: Dichterer Takt bei Bussen

Im übrigen Netz in der Stadt gebe es "eine Reihe von kleinen Verbesserungen", erklärt Tom Reinhold. Mehr Kapazität bieten längere Züge abends auf der U4 und sonntags auf der U2. Samstags fahren die Trams 12, 17 und 18 alle zehn statt alle 15 Minuten. Die Nachfrage im Freizeitverkehr steige besonders stark, erläutert Klaus Oesterling. Somit stärke die Stadt den Einzelhandel, weil immer mehr Menschen per Nahverkehr zum Shopping führen.

Auf einen tagsüber durchgehenden 10-Minuten-Takt wird die Buslinie 32 verdichtet. Nur noch Gelenkbusse verkehren auf der hochfrequentierten Linie 34. Auf die geplante Taktausdünnung verzichtet Traffiq, auch nach kritischer Berichterstattung in dieser Zeitung. Auf der Linie 43 fahren die Busse auch nachmittags im Fünf-Minuten-Takt. Das Europaviertel erhält morgens einen Fünf-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof. Indem die Linie 56 verlängert wird, bekommt das Sossenheimer Gewerbegebiet Wilhelm-Fay-Straße erstmals eine Verbindung zum Bahnhof Rödelheim. Ganz neu ist die Quartiersbuslinie 84 in Niederrad.

Rund eine Million weitere Fahrgäste pro Jahr erhofft sich Traffiq durch die Verbesserungen bei U-Bahn, Tram und Bus. Es würden wohl noch mehr, da der Zuzug in die Stadt unvermindert anhalte, schätzt der Verkehrsdezernent. 22 U-Bahn-Mittelwagen sollen die Nachfrage abzufangen helfen, die ab der zweiten Jahreshälfte 2020 geliefert würden. Bis zur nächsten großen Netz-Erweiterung dauere es noch bis 2024, räumt Oesterling ein. Dann soll die U5 im Europaviertel in Betrieb gehen.

Von Dennis Pfeiffer-Goldmann

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