Vater und Sohn tot aufgefunden - Beschuldigte soll als Krankenschwester Propofol besorgt haben

Familiendrama in Künzell (Landkreis Fulda): Haftbefehl gegen Ehefrau

Künzell. Zu dem Familiendrama in Künzell im Landkreis Fulda (wir berichteten in der Druckausgabe von HZ und HNA Rotenburg-Bebra) mit zwei Toten haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstagmittag neue Erkenntnisse bekanntgegeben.

Es sei zu vermuten, dass die Ehefrau, die als Anästhesiekrankenschwester gearbeitet hat und deshalb Zugang zu dem Anästhetikum Propofol hatte, dieses in größerer Menge bei ihrem Arbeitgeber entwendet hat, um es zur Selbsttötung einzusetzen.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass zur Ausführung des gemeinsamen Planes die Ehefrau sowohl ihrem Ehemann als auch dem 16-jährigen Sohn einen Venenzugang gelegt und das Propofol mittels einer Infusion in tödlicher Dosis zugeführt hat und anschließend versuchte, sich selbst einen Venenzugang zu legen, was jedoch an der Beschaffenheit ihrer Venen scheiterte, heißt es.

Ehemann und Sohn wurden am Dienstag im Ehebett liegend tot aufgefunden. Die Frau überlebte verletzt.

Abschiedsbrief hinterlassen

Ob der wohl an einer autistischen Störung leidende Sohn in die geplante „Selbsttötung“ eingeweiht war oder ob er gegebenenfalls zuvor anderweitig betäubt wurde, müssten weitere toxikologischen Untersuchungen ergeben. Die Beschuldigte habe sich bisher zum konkreten Tatablauf nicht eingelassen, ebenso wenig zum Motiv. Die Eheleute haben jedoch einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem die „Selbsttötung“ mit Propofol angekündigt war. Es ist nicht auszuschließen, dass das Motiv in der Belastung durch die Erkrankung des Sohnes lag.

Gegen die Beschuldigte ist ein Haftbefehl wegen Totschlags zum Nachteil des Sohnes erlassen worden. Sie wird wegen akuter Suizidgefahr derzeit in einem Krankenhaus rund um die Uhr bewacht und soll demnächst in ein Justizvollzugskrankenhaus überführt werden. (red/nm)

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