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Erste Corona-Impfungen mit Novavax in Hessen angelaufen

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Novavax-Impfung
Eine medizinische Fachkraft zieht am ersten Tag, an dem die Novavax-Impfung im Impfzentrum angeboten wird, eine Spritze mit dem Impfstoff Nuvaxovid auf. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Viele haben lange darauf gewartet: Den Totimpfstoff Novavax. In Hessen sind die ersten Impfstoff-Dosen angekommen.

Groß-Gerau – In Hessen sind die ersten Impfungen mit dem Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax angelaufen. Nachdem eine erste Lieferung dieser Impfdosen am Wochenende eingetroffen sind, seien einige davon bereits vor Ort verimpft worden, sagte eine Sprecherin des Landkreises Groß-Gerau am Montag. Der Impfstoff stehe in drei Impfstellen des Landkreises in Groß-Gerau, Riedstadt-Wolfskehlen und Rüsselsheim bereit.

Nach einer Liste des hessischen Sozialministeriums sollten auch in weiteren Kommunen Novavax-Impfungen anlaufen.

Für das gesamte Bundesland hatte das Ministerium zunächst etwa 108 000 Novavax-Dosen erwartet. Den Angaben zufolge richten sich die Impfangebote mit diesem Impfstoff insbesondere an Beschäftigte im Pflege- und Gesundheitsbereich, für die bald eine Impfpflicht gilt. Der Novavax-Impfstoff könnte eine Alternative für all jene sein, die Vorbehalte gegen mRNA-Impfstoffe haben, die von Biontech/Pfizer und Moderna angeboten werden.

Novavax-Impfungen in Hessen gestartet: Keine spürbar gestiegene Nachfrage

Im Landkreis Groß-Gerau wurden bis zum frühen Montagnachmittag nach Angaben der Sprecherin 15 Impfungen verabreicht, insgesamt stünden zunächst 4500 Impfdosen von Novavax zur Verfügung. Interessenten können sich über eine Terminplattform anmelden oder spontan während der Öffnungszeiten zu den Impfstellen kommen, eine Anmeldung sei nicht erforderlich. Mit dem neuen Vakzin sei die Impf-Nachfrage zunächst nicht spürbar gestiegen, sagte die Sprecherin.

Auch im Landkreis Limburg-Weilburg liefen am Montag die Impfungen mit dem Novavax-Vakzin an. Gemäß den Vorgaben des Landes werde zunächst Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot gemacht, die von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht betroffen seien, erklärte ein Kreissprecher. Sie können über eine Plattform ihre Impftermine buchen. „Dies ist im Landkreis Limburg-Weilburg bislang erst vereinzelt geschehen.“ Erst danach werde der Impfstoff der breiten Bevölkerung über 18 Jahren zur Verfügung stehen.

Im Impfzentrum Messe in Hessens größter Stadt Frankfurt* sollen an diesem Dienstag Impfungen mit den Dosen des Herstellers Novavax anlaufen, wie eine Sprecherin des Gesundheitsamtes der Stadt auf Anfrage mitteilte. Auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf steht in den Startlöchern, das Gesundheitsamt wolle von diesem Mittwoch (2. März) an mit den entsprechenden Impfungen beginnen, erklärte ein Sprecher. Zunächst sei das Vakzin auch hier für die Beschäftigten in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen vorgesehen und solle bei Sonderimpfaktionen am 2., 3. und 4. März verabreicht werden. Vom 6. März an stehe dann allen Bürgerinnen und Bürgern ein öffentliches Impfangebot ohne vorherige Terminvergabe offen. Rund 5000 Dosen des Impfstoffs seien an den Landkreis Marburg-Biedenkopf geliefert worden.

Totimpfstoff Novavax in Hessen: Rund zehn Prozent im Pflegebereich noch ungeimpft

Bei mRNA-Impfstoffen liefert die sogenannte Boten-RNA (engl: messenger ribonucleic acid, mRNA) in den Impfstoffen einen Teil der Erbinformation des Virus in die menschlichen Zellen. Die produzieren mit diesen Informationen ein Protein des Erregers, gegen das der Körper dann Abwehrreaktionen entwickelt. Der Novavax-Impfstoff basiert hingegen auf einem klassischeren Verfahren. Er besteht aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein des Coronavirus enthalten, sowie einem Wirkverstärker. Er gilt als Totimpfstoff, also als Impfstoff ohne lebende, vermehrungsfähige Krankheitserreger. Allerdings enthalten auch die anderen Vakzine keine lebenden Viren.

Ein bereits im Dezember von Bundestag und Bundesrat beschlossenes Gesetz legt fest, dass Beschäftigte in Pflegeheimen und Kliniken bis 15. März Nachweise als Geimpfte oder Genesene vorlegen müssen* - oder ein Attest, nicht geimpft werden zu können. Arbeitgeber müssen die Gesundheitsämter informieren, wenn das nicht geschieht. Diese können die Beschäftigung in der Einrichtung untersagen. Nach jüngsten Angaben des hessischen Sozialministeriums waren zuletzt rund zehn Prozent der Beschäftigten in den Pflegeheimen, Kliniken und Behinderteneinrichtungen im Bundesland ungeimpft. (dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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