Ministerkonferenz verschiebt Entscheidung

Entscheidung über K+S-Salz-Pipeline durch den Reinhardswald fällt erst 2019

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Die Entscheidung über das umstrittene Projekt der K+S-Salz-Pipeline von Osthessen bis zur Oberweser ist von der Weser-Ministerkonferenz auf den Sommer verschoben worden.

Klarheit soll jetzt spätestens Mitte kommenden Jahres herrschen. Man habe festgestellt, dass die Prüfung technischer Lösungsoptionen mehr Zeit benötige, erklärte der Bremer Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) für die Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Weser am Montag in Hannover. 

Trotz aller Anstrengungen durch K+S und die Länder sei es nicht möglich gewesen, bereits jetzt eine Entscheidung über die Notwendigkeit der Pipeline zu treffen.

Die Weser-Ministerkonferenz nimmt zur Kenntnis, dass das Unternehmen K+S eine dauerhafte Reduzierung der Salzbelastung auch ohne eine Ausleitung anstrebt, heißt es in einer Pressemitteilung, die im Anschluss an die Konferenz herausgegeben wurde. Gemeint sind damit die Inbetriebnahme einer Anlage zur Abwasserreduzierung durch K+S (KKF-Anlage) und der vereinbarte Verzicht auf die Versenkung von Salzabwasser im Untergrund ab 2022. Auch bei der Abdeckung der Salzhalden in Osthessen liege K+S im Zeitplan. Die salzhaltigen Ausschwemmungen der Halden gelten neben den Produktionsabwässern als großes Umweltproblem.

„Endlich können wir davon sprechen, dass wir uns mit K+S auf einem konstruktiven Weg befinden, um die Salzfrachten in Werra und Weser spürbar zu verringern und damit zur Gesundung der belasteten Flüsse beizutragen. Klar ist aber auch, dass es in den nächsten Jahren erheblicher weiterer Anstrengungen bedarf, um den guten ökologischen Zustand der Gewässer wiederherzustellen “, erklärte der Bremer Umweltsenator Joachim Lohse, der auch Vorsitzender der Konferenz ist. (mit dpa) 

Hintergrund: Entsorgungswege gesucht

Die Produktion des MDax-Konzerns K+S hängt maßgeblich von der Entsorgung von Salzrückständen ab. Einer der wichtigsten Entsorgungswege ist die Werra, die in die Weser mündet. Mit einer Pipeline aus dem osthessischen Kalirevier könnte K+S direkt in die Weser einleiten. 

Doch das Projekt ist mit 200 Millionen Euro teuer und bei Umweltschützern umstritten. Unter anderem würde die Pipeline durch den Naturpark Reinhardswald laufen, wo auch mindestens ein Stapelbecken gebaut werden müsste. Vor zwei Jahren hatten die Anrainerländer der FGG daher einen Plan zur Salzreduzierung in Werra und Weser beschlossen. Die Pipeline gilt dabei nur als Option, die Werra zu entlasten, wenn andere Schritte nicht greifen. 2018 sollte das geprüft werden, die Entscheidung wurde gestern verschoben.

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