Schnellere Lieferung

Premiere für Transportdrohne aus Kassel war erfolgreich

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Überflieger: Der Flugroboter schwebt über dem Werksgelände von Thyssenkrupp Steel in Duisburg.

Das Kasseler Start-up doks.innovation hat den ersten offiziellen Demonstrationsflug seiner autonom fliegenden Transportdrohne erfolgreich absolviert.

Auf dem Werkgelände von Thyssenkrupp Steel in Duisburg transportierte der Flugroboter delivAIRy jetzt Laborproben von der Rohstoffaufbereitung im Werkhafen Schwelgern ins Zentrallabor. „Was hier im kleineren Umfang getestet wird, ist wegweisend für die Mobilität in unseren Städten“, sagte der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst.

Ziel sei es, den Transport der Proben mit der Drohne schneller und sicherer zu machen und den Werkverkehr zu entlasten, teilte Thyssenkrupp mit. Demnach macht sich bislang zweimal täglich ein Werksarbeiter per Pkw auf den Weg, um die Proben, etwa Dosen mit Rohstoffen wie Eisenerz oder Kokskohle, abzuliefern. Auf der Strecke zum Labor müsse der Fahrer mehrere unbeschrankte Bahnübergänge überqueren.

Die Drohne benötigt dem Unternehmen zufolge für die 2,2 Kilometer lange Strecke nur gut sechs Minuten, während der Pkw bis zu einer viertel Stunde oder länger braucht, je nach Witterung und Verkehrslage. Insgesamt beschleunige sich der Lieferprozess so um mehr als die Hälfte.

Das Kasseler Start-up doks.innovation hat die Transportdrohne mit einer patentierten Technologie für die autonome Lastaufnahme entwickelt. 

Über einen zentralen Leitstand haben zwei eigens ausgebildete Mitarbeiter die Bewegungen der Drohne demnach immer im Blick. So wissen sie stets, wo sie sich befindet, und können sie auf sechs definierten Notfalllandeplätzen entlang der Strecke jederzeit zum Stehen bringen. Fallschirme, eine Redundanz der Flugsteuerung und eine Kombination aus optischer Navigation und Navigation via GPS sorgen für zusätzliche Sicherheit.

In einer sechsmonatigen Pilotphase will der Stahlkonzern den Flugroboter mit 1,20 Meter Spannweite, einer Tragkraft von 4,5 Kilo und einer patentierten Technologie für die autonome Lastaufnahme erproben. Wenn er sich bewährt, könnte er in Zukunft auch in anderen Bereichen der internen Logistik zum Einsatz kommen. „Die Drohne lässt sich individuell per App anfordern. Die Auslieferung zeitkritischer Sendungen auf dem Werksgelände könnte man damit voll automatisieren und digitalisieren“, erläuterte Thyssenkrupp-Projektleiter Thomas Lostak. 

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