Das Wichtigste unterm Dach ist das richtige Lüften

Heiße Wohntipps: So bleiben Zimmer auch im Sommer kühl

Auch ein Ventilator kann Abkühlung verschaffen. Es gibt aber noch bessere Tricks, den heißen Sommer in der Wohnung zu überstehen.

So früh wie in diesem Jahr haben wir selten über die Hitze gestöhnt. Vor allem Menschen, die eine Dachwohnung haben, kamen ins Schwitzen. Wir zeigen, wie man Zimmer am besten kühlt.

Wie lüfte ich richtig?

Das fragen sich dieser Tage viele, die unter dem Dach wohnen. Bei Twitter fragen sie unter dem Hashtag #Dachwohnung zum Beispiel, wie man richtig lüftet. Die Antwort lautet: Weniger ist mehr. Wer tagsüber die Fenster öffnet, um bei frischer Luft durchzuatmen, bewirkt genau das Gegenteil. Es kommt nur noch mehr Hitze in die Wohnung. Darum sollte man bei Temperaturen über 25 Grad nur früh morgens, spät abends oder in der Nacht durchlüften. Stoßlüften ist übrigens ohnehin besser, als die Fenster ständig gekippt zu lassen. Am besten wird die Luft ausgetauscht, wenn gegenüberliegende Fenster geöffnet sind. Zudem muss in den Sommermonaten dreimal so lang gelüftet werden wie im Winter. Experten empfehlen 25 Minuten.

Welcher Sonnenschutz ist am besten?

Da gibt es viele Möglichkeiten – von Jalousien über Markisen bis zu Wärmeschutzfolien. Entscheidender als die Art des Sonnenschutzes ist der Ort, wo er angebracht ist. "Außen ist es besser", sagt der Produktdesigner Roland Knieg vom Kasseler Büro Nextspace: "Andernfalls wandelt sich das Sonnenlicht hinter der Scheibe in Wärmestrahlung um und bleibt dort."

Laut Experten kann die Sonneneinstrahlung mit einem außen liegenden Schutz um 75 Prozent reduziert werden, innen sind es nur 25 Prozent.

Allerdings kann man außen nicht immer alle Einrichtungen anbringen – etwa, wenn es der Vermieter verweigert. In solchen Fällen empfiehlt Knieg Wärmeschutzfolien von außen, die "einen leichten Sonnenbrilleneffekt" haben. Wer auf Vorhänge, Blenden oder Rollos setzt, sollte sie in möglichst hellen Farben auswählen, da diese am besten reflektieren.

Etwas aufwendiger und teurer sind wiederum Wabenplissees, der Raumausstatter Marco Schmidt vom Kasseler Einrichtungshaus Muster & Sohn empfiehlt: "Sie sind im Sommer gut gegen die Wärme und helfen im Winter gegen die Kälte."

Was bringt ein Ventilator?

Streng genommen nichts, denn die Temperaturen kann eine Luftmaschine nicht senken. Und trotzdem kann ein Ventilator helfen, denn er verteilt die Luft, das hilft beim Verdunsten der Feuchtigkeit. Dadurch fühlen wir uns besser.

Tüftler stellen vor den Ventilator gern noch einen Eimer mit Eiswürfeln. Die Luft soll so kühler werden und der Effekt der gleiche sein wie bei einer Klimaanlage.

Was ist mit technischen Geräten?

Auch wenn ein Computer keine Sonne ist – auch er produziert Wärme. Ebenso wie ein großer Plasmabildschirm, der Backofen und Ladegeräte. So entsteht unnötige Wärme, auch im Büro. Der Fernseher und andere Geräte sollten darum nicht nur in heißen Wochen des Jahres komplett ausgeschaltet werden, wenn sie nicht benutzt werden. Denn im Standby-Modus verbrauchen elektrische Geräte immer Energie. Wer durch das Abschalten Wärme reduziert, wird dies auch auf der Stromrechnung merken.

Welche anderen Tricks gibt es?

Das Internet ist voll von mehr oder weniger nützlichen Tipps. Manche kühlen ihren Schlafanzug vor, andere machen ihre Vorhänge nass. Nicht alles ist immer praktikabel. Aber Wasser kann tatsächlich helfen. Auch deshalb sind in mediterranen Ländern Steinfußböden verbreitet, die man mit Wasser abkühlen kann, wie Produktdesigner Knieg sagt.

Einige Ratgeber empfehlen, Möbel und Teppiche zu entsorgen sowie die Wände hell zu streichen. So würden die Räume größer und luftiger wirken. Das klingt eher nach Küchenpsychologie statt nach einem wirklich guten Ratschlag für eine heiße Dachgeschosswohnung.

Raumausstatter Schmidt hat dagegen noch einen effektiven Tipp bei Hitze: Im heißen Sommer 2006 übernachtete der Familienvater mit seiner Frau nicht mehr im Schlafzimmer unter dem Dach, sondern im Keller: "Dort war es sehr angenehm, aber die Möglichkeit hat nicht jeder."

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