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Drohungen und persönliche Anrufe: Bouffier überrascht mit offenen Aussagen über seine Corona-Post

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Von: Erik Scharf

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Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat öffentlich über den Inhalt von Post zu den Corona-Maßnahmen gesprochen. (Symbolbild)
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat öffentlich über den Inhalt von Post zu den Corona-Maßnahmen gesprochen. (Symbolbild) © Swen Pförtner/dpa

Ministerpräsident Volker Bouffier steht wegen der Anpassungen der Corona-Maßnahmen in Hessen immer wieder im Fokus. Nun spricht er erstmals über den Inhalt seines Postfachs.

Wiesbaden – Für Politiker in Entscheidungspositionen hat sich das Leben durch das Coronavirus* auf mehreren Ebenen verändert. Die gesellschaftliche Spaltung angesichts der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Hessen sorgen im Lager der Corona-Gegner für extreme Reaktionen. Davon ist auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) betroffen.

Er bekomme viel Post von Menschen, die ihn wegen seiner Corona-Politik beschimpften, sagte er der dpa am Montag (20.12.2021). „Ich war ja lange Innenminister und bin mit Drohungen sehr vertraut“, sagte der Ministerpräsident. Er lebe seit 23 Jahren mit Personenschutz. Nun befürchtet Bouffier eine weitere Radikalisierung von Gegnern der Corona-Maßnahmen. „Ja, die Sorge habe ich“, sagte er.

Corona in Hessen: Bouffier machen Drohungen „nicht fröhlich“

Bouffier betonte im Interview mit der dpa aber auch, dass die Menschen, die Drohungen gegen ihn aussprechen, nicht zu seinen Feinden zählen. „Der Feind ist das Virus“, sagte Hessens Ministerpräsident. Natürlich machten ihn die Drohungen „nicht fröhlich“, aber sie änderten nichts an seinen Überzeugungen.

Aber es gelte auch: „Wer sich nicht impfen lässt, trifft nicht nur eine private Entscheidung, sondern diese Entscheidung trifft viele andere Menschen.“ Bouffier erklärte gegenüber der dpa: „Ich kann nicht Millionen von Menschen ununterbrochen mit allen möglichen Vorschriften beschränken, weil andere sich nicht impfen lassen wollten.“ Wenn nicht insgesamt das Impfniveau gegen das Coronavirus höher werde, dann könne der Kampf gegen die Pandemie keinen Erfolg haben.

Corona in Hessen: Bouffier wird von Bürgern um Rat gebeten

Bouffier bekomme nach eigenen Angaben auch viel Post von Bürgern aus Hessen*, die ihm von ihren ganz persönlichen Schicksalen und Schwierigkeiten in der Corona-Pandemie berichteten und um Rat fragten. Manchmal könne er helfen, manchmal nicht. „Dass das an einem zehrt, ist doch völlig klar, keiner ist doch aus Holz“, sagte Bouffier. Er könne zwar nicht jedem antworten. „Aber ich habe viele persönlich angerufen. Das war meistens Samstag- oder Sonntagabend, die fallen dann vom Stuhl und fragen ‚Sind Sie es wirklich?‘“ (esa/dpa)

Die Corona-Fallzahlen in Hessen bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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