An mehreren Standorten im Schwalm-Eder-Kreis

Gift im Kasernen-Boden: Bundeswehr bestätigt Verdacht kontaminierter Flächen

+
Hier wird in Schwarzenborn das Marschieren mit Gepäck geübt. An mehreren Bundeswehrstandorten könnte vergifteter Löschschaum in die Böen gelangt sein.

An den Bundeswehrstandorten Fritzlar und Schwarzenborn und dem ehemaligen Bundeswehrgelände in Homberg könnte vergifteter Löschschaum in die Böden gelangt sein.

Das bestätigte die Bundeswehr auf Anfrage unserer Zeitung. Bisher handele es sich um Verdachtsfälle, so ein Sprecher der Bundeswehr. Kürzlich hatten sich die Homberger Stadtverordneten mit dem Thema beschäftigt.

Für Fritzlar und Schwarzenborn ergeben sich vier Verdachtsflächen (Feuerlöschübungsbecken, Start- und Landebahn, Feuerwehr, Lagerraum für Löschmittel) und für Schwarzenborn drei (Feuerlöschübungsgelände, Feuerwehr, Lagerraum für Löschmittel), erklärt ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. Für Homberg liegt eine Erstbewertung noch nicht vor. Ein Verdacht für eine Verschmutzung bestehe bereits, wenn der giftige Löschschaum dort gelagert wurde, erläutert die Bundeswehr weiter.

Giftiger Löschschaum, wurde bis zum Verbot genutzt

Bis zum Verbot haben die Bundeswehrfeuerwehren wie auch die zivilen Feuerwehren den giftigen Löschschaum verwendet. Diese fluorhaltigen Chemikalien (PFT oder PFC) stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Bereits im Juli 2010 war man im Landkreis auf die Problematik aufmerksam geworden: Laut Kreisverwaltung waren bei einer routinemäßigen Untersuchung in der Kläranlage Wallenstein (Gemeinde Knüllwald) festgestellt worden, dass der Klärschlamm mit PFT belastet ist. 

Als Verursacher der Einleitung des belasteteten Abwassers wurde die Bundeswehr am Standort Schwarzenborn ermittelt. Daraufhin musste der gesamte Klärschlamm der Jahre 2010 und 2011 verbrannt werden. Die Mehrkosten für die Entsorgung wurden vom Bund übernommen. In der Kläranlage Wallenstein, Abwasserverband Oberes Efzetal, sind seit August 2011 keine Belastungen mehr im Klärschlamm aufgetreten, teilt der Landkreis mit. 

Chemikalie im Löschschaum

Per- und polyfluorierte Chemikalien sind in Produkten zu finden, die wasser-, fett- oder schmutzabweisend sind. Dazu zählen Kochtöpfe oder Outdoor-Kleidung. Außerdem werden die Stoffe in Löschschäumen eingesetzt. Der bekannteste Stoff, der in den Schäumen verwendet wurde, heißt PFOS. 

Er ist seit 2006 in der EU eingeschränkt, seit 2011 komplett verboten. Die giftigen Chemikalien gelangen z.B. über verunreinigtes Erdreich ins Grundwasser und in Lebensmittel.

Kommentare