Bad Wildungerin auf Platz drei bei der Heim-Europameisterschaft

Berlin-Traum erfüllt: Bronze für Siebenkämpferin Carolin Schäfer 

+
Strahlende Bronzemedaillen-Gewinnerin: Carolin Schäfer feiert mit Nationalflagge EM-Platz drei in Berlin.

Berlin. Wieder aufs Podest, Traum von der Medaille bei der Heim-EM erfüllt: Nach Silber bei der WM 2017 in London hat Carolin Schäfer bei der Europameisterschaft Bronze im Siebenkampf geholt.

Mit den Kräften am Ende und nach Luft schnappend sank Carolin Schäfer im Ziel nach den letzten zwei Stadionrunden eines anstrengenden EM-Wettkampfs zu Boden - aber mit einem Lächeln im Gesicht: Nach Saisonbestleistung über 800 Meter (2:14,65) zum Abschluss hatte die Bad Wildunger Siebenkämpferin 6602 Punkte gesammelt und damit den im Speerwurf zuvor zurückeroberten dritten Rang gesichert. 6552 erzielte die viertplatzierte Ivona Dadic (Österreich). 

Den Europameistertitel sicherte sich Top-Favoritin Nafissatou Thiam aus Belgien mit Weltjahresbestleistung von 6816 Punkten vor der Britin Katarina Johnson-Thompson, die mit 6759 Zählern eine persönliche Bestleistung erzielte.

Bronze war der Lohn für den zwei Tage währenden Kampf um Zentimeter und Sekunden. „Es gibt nichts Höherwertiges, als mit Edelmetall aus diesem Stadion zu gehen“, jubelte Schäfer.

Leichtathletik-EM in Berlin Carolin Schäfer mit der EM-Zweiten Katarina Johnson-Thompson (Großbritannien) beim 100-Meter-Hürdenlauf

Sie hatte dabei am Freitagabend nicht nur das Duell die europäischen Spitzenathletinnen auszufechten. Kurz vor dem Star des abschließenden 800-Meter-Laufes war bekannt geworden, dass ihre Teamkameradinnen bei einem Autounfall verletzt worden waren. Louisa Grauvogel (LG Saar 70) und Mareike Arndt (TSV Bayer 04 Leverkusen) mussten danach den 800-Meter-Lauf absagen. Die beiden Athletinnen waren am Freitagnachmittag auf der Rückfahrt ins Hotel nach der sechsten Disziplin, dem Speerwerfen, in einen Verkehrsunfall geraten. 

Sie wurden danach medizinisch versorgt. Grauvogel konnte noch am Abend das Krankenhaus verlassen, Arndt wurde dagegen weiter versorgt. 

Mit der erreichten Leistung konnte die für die LG Eintracht Frankfurt startende Schäfer allerdings mehr als zufrieden sein. So hatte die 26-Jährige im Speerwerfen mit 53,73 Metern eine Saisonbestleistung erzielt und war auf den Bronzerang vorgerückt. Und nicht nur das: Zuvor hatte Schäfer bereits im Weitsprung am Freitag mit 6,24 Metern eine Saisonbestleistung aufgestellt. Ihre diesjährige Saisonbestleistung von 6549 Punkten schien also greifbar.

Tag eins lief nach Plan

Zumal auch der Donnerstag nach Plan gelaufen war: Da lag die Bad Wildungerin nach den ersten vier Disziplinen ebenfalls auf Platz drei: „Die 100 Meter Hürden waren ein solider Einstieg, im Hochsprung hätte ich mir etwas mehr als 1,79 Meter gewünscht. 

Leichtathletik-EM in Berlin Carolin Schäfer bei der Landung in der Weitsprunggrube

Das Kugelstoßen war schon immer meine Wackeldisziplin, da gehen die 14,12 Meter in Ordnung, und auch 23,75 Sekunden über die 200 Meter sind für mich eine solide Leistung. Heute Abend kommen die Füße in die Eistonne, und viel wird nicht mehr passieren“, hatte Schäfer noch am Donnerstag gesagt. Dann passierte zwar am Freitag doch noch so einiges aber zum Glück der Bad Wildungerin nichts, was ihre Bronzemedaille betraf. (sol/schä/dpa)

Kommentare