Er macht eine ambulante Therapie

Ministerpräsident Bouffier an Krebs erkrankt, arbeitet aber weiter

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Ministerpräsident Volker Bouffier

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist an Krebs erkrankt. Er muss sich nach der Diagnose ambulant behandeln lassen. Sein Amt will er in der Zeit ohne Pause weiterführen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert um 15.55 Uhr - Am Montagmittag verständigte Volker Bouffier die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen persönlich in seinem Büro. Danach schickte sein Regierungssprecher Michael Bußer eine kurze Mitteilung ab. Demnach habe sich der Regierungschef wegen eines unklaren Befundes an der Nase einem Eingriff unterzogen. "Bei der feingeweblichen Untersuchung wurde das Vorliegen eines begrenzten Hautkrebses festgestellt", heißt es. 

Der Krebs solle mit einer bereits begonnene Strahlentherapie entfernt werden. Der 67-Jährige wird seine Amtsgeschäfte nach Angaben der Staatskanzlei auch während der Behandlung fortführen. 

Vor zehn Tagen hatte Bouffier, der auch CDU-Landesvorsitzender ist, beim CDU-Europa-Parteitag gefehlt. Damals hatte es geheißen, der Grund sei eine Nasen-Operation gewesen. 

Genesungswünsche der anderen Fraktionen für Bouffier

Die anderen Fraktionen im hessischen Landtag wünschen Volker Bouffier dafür viel Kraft. "Die SPD-Fraktion wünscht dem Ministerpräsidenten viel Stärke und Kraft, um die Krankheit zu besiegen", heißt es von Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer Gümbel. Auch die FDP-Fraktion zeigt sich über die Erkrankung sehr getroffen. Bouffier solle sich die notwendige Zeit nehmen, um wieder gesund werden zu können: "Wir Freien Demokraten werden unseren Beitrag dazu leisten und die gewählten Mehrheitsverhältnisse sicherstellen, sodass die Arbeit des Parlaments ungehindert weitergehen kann", sagte FDP-Fraktionschef René Rock.

Bouffier ist seit 2010 Ministerpräsident von Hessen. Mit seiner Gattin Ursula hat der 67-Jährige zwei Söhne. Außerdem ist der Politiker Vater einer Tochter aus seiner ersten Ehe. 

Krebs: Andere Fälle in der Politik

Bouffier ist nicht der erste prominente Politiker, der wegen einer Krebserkrankung Schlagzeilen macht. Vor neun Jahren machte sein Parteifreund Wolfgang Bosbach öffentlich, dass er unter Prostatatakrebs leidet. Wegen Metastasen ist die Erkrankung bei dem Rechtsexperten unheilbar.

Der SPD-Politiker Manfred Stolpe (heute 82) erkrankte an Darmkrebs, als er 2004 Bundesverkehrsminister war. Bekannt wurde dies aber erst sechs Jahre später. Da hatte seine Frau bereits eine Brustkrebserkrankung hinter sich. Über ihren erfolgreichen Kampf gegen den Krebs schrieben die beiden ein Buch.

Erst im Januar verkündete der thüringische CDU-Landeschef Mike Mohring, dass er Krebs hat. Trotzdem macht der 47-Jährige weiter Wahlkampf. Reden hält er nun mit einer Mütze auf dem Kopf - wegen der Chemotherapie waren ihm die Haare ausgefallen. Bei Twitter und Co. posteten zahlreiche Nutzer unter dem Hashtag #MützenfürMike Selfies von sich mit Mütze. (lhe/dag/mak/dob/mal)

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