Rehbock zu aggressiv

Bergwildpark Meißner: Bambi muss den Park verlassen

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Lebt seit einem halben Jahr im Bergwildpark: Bambi. Nun soll der Rehbock wieder weg. 

Germerode. Bambi braucht ein neues Zuhause. Der Rehbock lebt seit einem guten halben Jahr im Bergwildpark Meißner bei Germerode, ist dort jetzt aber zu aggressiv geworden. 

Der von einem Paar im südhessischen Groß-Zimmern aufgezogene Rehbock Bambi braucht rund ein halbes Jahr nach seinem Umzug in einen Wildpark wieder ein neues Zuhause. Für den

Bergwildpark Meißner bei Germerode ist er wegen aggressiven Verhaltens zu einem Problem geworden und jetzt nicht mehr mit Rehen, sondern in einem Gehege mit zwei südamerikanischen Laufvögeln untergebracht. 

"Das funktioniert auch", sagte Friedhelm Junghans (SPD), Bürgermeister der Gemeinde, am Dienstag. Allerdings sei dies keine Dauerlösung. Darin ist er sich mit Forstwirt Peter Göbel einig. Er hat das Tier zusammen mit seiner Lebensgefährtin Anja Pahlen von Hand aufgezogen. "In dem Gehege mit den Nandus fühlt er sich wohl, aber das ist ja nicht artgerecht, er soll ja auch Kontakt zu weiblichen Tieren haben", sagte Göbel. 

Zuversichtlich, dass alles gut geht: Anja Pahlen brachte Bambi im Mai persönlich in den Bergwildpark.

Er habe allerdings auch kein Vertrauen mehr zu dem Tierpark. Denn dass Bambi auffällig geworden sei, hänge mit einem andren, ebenfalls von Hand aufgezogenen Rehbock zusammen. Dieser sei zu Bambi und den beiden Ricken ins Gehege gekommen, wo alles zunächst wunderbar funktioniert habe. Der Rehbock sei aber aggressiv geworden, habe Bambi angefallen, verletzt und verstört. Bei einem Besuch vor mehreren Wochen hätten er und seine Freundin eine halbe Stunde gebraucht, um Bambi zu beruhigen. "Er war fast wie fremd", sagt der Forstwirt. "Zwei Rehböcke in einem Revier, das funktioniert nicht."

Der andere Rehbock sei inzwischen auch nicht mehr da, weil er aggressiv geworden und sogar Pfleger angefallen habe. Dem Tierpark sei es offenbar vor allem darum gegangen, dass die Ricken gedeckt würden.

Erste Schritte: der Rehbock Bambi, als er im Mai in den Bergwildpark zog.

Das Paar will nun einen anderen Tierpark finden oder vielleicht umziehen - in ein Haus mit größerem Grundstück. "Wir wollen jetzt aber nichts überstürzen", betont Göbel. Im nächsten Jahr will er seine Freundin heiraten. "Es wäre schon schön, wenn Bambi dann bei uns wäre." Die beiden Hunde, die mit Bambi in Groß-Zimmern aufgewachsen waren, hätten ihn so vermisst, dass sich das Paar noch einen dritten zugelegt habe: Sunny, einen Mini-Malteser.

Wenn Göbel und Pahlen ein neues Zuhause für Bambi finden, werde der Tierpark den Bock ziehen lassen, sagte Junghans. "Wir haben festgestellt, dass das nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten." Nun stehe allein das Wohl des Tieres im Vordergrund. Einen Zeitdruck für einen Umzug sieht er aber auch nicht. (dpa/lhe)

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