Nach Hygiene-Mängeln: Zukunft von Traditionsbetrieb ungewiss

Großbäckerei Brede bleibt dicht - Zoll kam zeitgleich mit Gesundheitsamt

+
Bäckerei Brede: Weiter geschlossen nach Hygienemängeln. 

Gudensberg. Die Bäckerei Brede in Gudensberg wird in dieser Woche ihren Betrieb nicht wieder aufnehmen. Für 150 Mitarbeiter geht das Bangen weiter. 

Eine dramatische Woche liegt vor allem hinter den Mitarbeitern der Traditions-Bäckerei Brede in Gudensberg. Produktionsstätten, Verkaufsräume und Filialen des Unternehmens waren am Dienstag durch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des Schwalm-Eder-Kreises wegen „hygienischer Mängel“ geschlossen worden

Die Bäckerei wird in dieser Woche ihren Betrieb sicher nicht wieder aufnehmen. Die zuständige Lebensmittelüberwachung beim Kreis habe bis Freitagmittag keine Informationen erhalten, dass die Hygiene-Mängel, die zur Schließung führten, abgestellt worden seien. Eine erneute Überprüfung habe daher noch nicht stattfinden können, sagte Kreissprecher Stephan Bürger. 

Allerdings habe man Mitarbeiter, die auch am Wochenende die Bäckerei inspizieren würden, sollte man dementsprechend informiert werden. Dann wäre laut Bürger bei positivem Ausgang aus Sicht des Gesundheitsamtes Anfang nächster Woche die Aufnahme der Produktion wieder möglich. 

Zwei Behörden am gleichen Tag aktiv

Ebenfalls am Dienstag hatten Beamte des Gießener Hauptzollamtes den Betrieb durchsucht, um Vermögenswerte sicherzustellen. „Dass beide Behörden am selben Tag in Gudensberg aktiv wurden, ist jedoch reiner Zufall“, betonte ein Sprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft, die die Durchsuchung des Zolls veranlasst hatte. 

Bereits 2017 habe die Staatsanwaltschaft wegen eines Anfangsverdachts ermittelt, so der Sprecher weiter. Es gehe um den Vorwurf der fehlenden Beitragszahlung und Steuerhinterziehung. Im Dezember habe es Durchsuchungen des Zolls gegeben, bei denen potenzielle Beweismittel sichergestellt wurden. Da sich der Verdacht erhärtet habe, ordnete die Staatsanwaltschaft die weitere Durchsuchung am 7. August an. Es sei um die „Vollstreckung von Vermögensarresten“ gegangen, wie es im Amtsdeutsch heißt. Es bedeutet zum Beispiel, dass Bargeld sichergestellt und Konten gesperrt wurden, damit Ansprüche etwa des Finanzamts und der Sozialkassen abgesichert sind. Die Ermittlungen der Staatsanwälte laufen weiter. 

Zukunft des Familienunternehmens unklar

Ob das Familienunternehmen Brede, das es seit 183 Jahren in Gudensberg gibt und in der gesamten Region einen guten Ruf genießt, in seiner bisherigen Form weiter bestehen bleiben wird, ist zurzeit völlig unklar. Viele offene Fragen 

Wie soll es weitergehen? Der einzige Gesellschafter und Geschäftsführer der GmbH, dessen Mutter kürzlich verstarb, ist offenbar aus gesundheitlichen Gründen zurzeit nicht in der Lage, sich um den Betrieb zu kümmern. Da es aktuell niemanden gibt, der rechtlich befugt ist, Entscheidungen zu treffen, bleiben viele Fragen offen. Schließlich geht es auch um die Fürsorge für und Zukunft der mehr als 150 Mitarbeiter in ganz Nordhessen. Letztlich, so die Auskunft der Kreishandwerkerschaft, müsse in einem solchen Fall eventuell ein Konkursanwalt in Aktion treten und die Geschäfte übernehmen.

Kommentare