Projekt gegen Plastikmüll

Nur mal kurz die Welt retten: Der Korbacher Alexander Göbel ist Influencer für die Umwelt

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Will eine Südseeinsel vom Plastikmüll befreien: Alexander Göbel aus Korbach hat ehrgeizige Ziele mit dem Projekt „Save“.

Korbach. Alexander Göbel (27) aus Korbach will die Welt retten – zumindest ein Stück weit. Und es könnte ihm sogar gelingen.

Die Stars von heute heißen Bibi, Lisa und Lena oder die Lochis: Die sogenannten „Influencer“ werden im Netz von Tausenden Kindern und Jugendlichen bewundert und verdienen mit Videos und Bildern Geld – vor allem, indem sie Kosmetik-Produkte oder Mode in die Kameras halten. Auch Alexander Göbel spielt auf der Klaviatur der Sozialen Medien, um auf Youtube, Facebook und Instagram Menschen zu erreichen. Nur geht es dem 27-Jährigen mit den stahlblauen Augen und dem getrimmten Hipster-Bart nicht um Lifestyle und Kommerz. Sondern um die Vision einer besseren Welt.

Die andere Seite, die Glitzerwelt der Werbung, kennt er auch: Alexander Göbel war nach der Ausbildung zum Mechatroniker freiberuflicher Moderator und Trainer unter anderem für einen großen Autohersteller, für den er auch Werbeclips moderierte und Verkäufer schulte. „Ich habe den Lifestyle selbst gelebt“, sagt er. Bis er eines morgens in einem Fünfsternehotel in München aufwachte und dachte: „Das ist doch alles nur eine Seifenblase. Nichts, was dir persönlich Befriedigung gibt.“

Göbel gab seinen Job auf und krempelte sein Leben um: „Mein Alltag hat sich richtig heftig verändert“, sagt er. Die erste Erkenntnis, die er umsetzte: „Umweltschutz beginnt beim Konsum, und eine vegane Ernährung ist der einfachste Weg, die Natur zu unterstützen.“

Henderson Island ist die schmutzigste Insel der Welt

Das langfristige Ziel heißt: Henderson Island. Die Insel liegt mitten im Südpazifik, ist unbewohnt und hat dennoch die höchste Plastikmülldichte der Welt. „Die Insel soll autark von einem Solarkatamaran, später einer Flotte, gereinigt werden. Wiederverwertbares Plastik wird an Bord zu Bojen recycelt, die als Kette die wichtigen Brutstätten vor Treibgut schützen“, skizziert er das Projekt, dem er den Titel „Save“ gegeben hat.

Schritt für Schritt will der 27-Jährige seinem Ziel näher kommen. „Die erste Hürde war, vernünftige Videos zu produzieren, um die Reichweite zu steigern.“ Seine Unterstützer und die Community brachten das Geld für die nötige Technik binnen zwei Wochen im Dezember zusammen. Ende Dezember hatte sein Youtube-Kanal schon 1000 Abonnenten. „Nur vier Wochen später kratzen wir bereits an den 2000 Abos. Unsere Reichweite auf Facebook umfasst 35.000 Menschen.“

Die Sozialen Medien nutzt Göbel, um Menschen als Unterstützer für sein Projekt zu gewinnen, für eine nachhaltige Lebensweise zu werben – und später auch Werbeeinnahmen zur Finanzierung zu generieren. Darüber hinaus hat er ein festes Team mit acht Leuten aufgebaut. Ein Hersteller von Solar-Jachten aus Österreich unterstützt das Projekt, ebenso ein Direktvertrieb für Naturprodukte.

In Videos erklärt Göbel jeden seiner Schritte. „Derzeit suchen wir in Korbach ein Grundstück für eine Biosphäre mit einer Permakultur, die eine erste Expedition mit Nahrung versorgen soll.“ Gemeint ist damit ein Konzept nachhaltiger Landwirtschaft, das darauf basiert, ökologische Beziehungen und Kreisläufe in der Natur zu beobachten und nachzuahmen.

Seit sieben Monaten ist Alexander Göbel jetzt Vollzeit-Influencer – Natur- und Umweltschutz als Hauptberuf.

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