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Zwei Jahre nach rassistischem Anschlag in Hanau: Gedenkveranstaltungen in der Region

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Von: Christian Spindler

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Nicht nur in Hanau Gedenken die Menschen am Jahrestag des rassistischen Anschlags den Getöteten.
Nicht nur in Hanau Gedenken die Menschen am Jahrestag des rassistischen Anschlags den Getöteten. © Andreas Arnold/dpa

Zwei Jahre nachdem ein Rechtsextremer in Hanau zehn Menschen tötete, gedenken Tausende Menschen seiner Opfer. Eine Übersicht zu Veranstaltungen in Hanau.

Hanau – Am Samstag jährt sich der rassistisch motivierte Anschlag von Hanau* zum zweiten Mal. In der Grimm-Stadt wird mit einer Reihe von Veranstaltungen der Opfer gedacht. Aber auch in mehr als 60 Städten in Deutschland, der Schweiz und in Österreich wird an die Tat erinnert, darunter in Offenbach (13 Uhr, neuer Friedhof), Dietzenbach (14.30 Uhr, Friedhof) und Frankfurt (14 Uhr, Friedensbrücke sowie 19 Uhr, Galluswarte).

Vor zwei Jahren erschoss der Täter, ein 43-jähriger Rechtsextremer, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov, dann seine Mutter und schließlich sich selbst.

Gedenkveranstaltungen zum 19. Februar: Gedenkstunde und Demonstration in Hanau

An einer Gedenkstunde, die die Stadt und das Land Hessen am Vormittag auf dem Hauptfriedhof in Hanau* veranstalten, nehmen 100 geladene Gäste teil, darunter neben den Angehörigen der Opfer auch Vertreter aus Politik und Religion. Für jedes der Opfer werden Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) ein Blumengesteck niederlegen. Im Anschluss werden sie die Opfer der rassistischen Terrortat* mit kurzen Reden ehren. Als Vertreter der muslimischen Gemeinde spricht Mustafa Macit Bozkurt. Angehörige der Opfer werden ebenso zu Wort kommen.

Ein Bündnis von Schülern und Jugendorganisationen ruft für Samstag, 19. Februar, zu einer Demonstration unter dem Titel „Kein Vergeben - Kein Vergessen - #rememberhanau“. Beginn: 16 Uhr, Marktplatz. Das Bündnis besteht aus der Bildungsinitiative Ferhat Unvar, DGB-Jugend, DIDF-Jugend, Fridays for Future Hanau, Grüne Jugend Main-Kinzig, dem Internationalen Jugendverein Hanau (IJV), Jusos Main-Kinzig, Linksjugend Main-Kinzig, Schüler*innen Initiative Gegen Diskriminierung sowie Schülern von Eugen-Kaiser-Schule, Karl-Rehbein-Schule, Kaufmännischen Schulen, Ludwig-Geißler-Schule und Zeichenakademie.

Gedenkveranstaltungen für die Opfer von Hanau: Religionsübergreifende Aktionen und Benefizspiele

Der evangelische Kirchenkreis Hanau und der Muslimische Arbeitskreis veranstalten am Samstag, 19. Februar, eine Aktion, die „Zeit zur Klage und Raum für Hoffnung“ ermöglicht. Bürger sind eingeladen, Klagen und Hoffnungen aufzuschreiben. Die öffentliche Aktion findet von 9 bis 13 Uhr auf den Marktplatz und von 15 bis 18 Uhr am Kurt-Schumacher-Platz statt.

Auf der Rudi-Völler-Sportanlage (Philipp-August-Schleißner-Weg) veranstaltet der Fußballverein Türk Gücü Hanau ab 11 Uhr drei Benefiz-Fußballspiele.

Rassistischer Anschlag im Februar 2020: Gedenkveranstaltungen in den Kirchen in Hanau

Auch die Reihe „Motette in Marien“ steht am Samstag im Zeichen des Jahrestags. Ab 19 Uhr erklingt in der Marienkirche am Goldschmiedehaus Kammermusik von Bach, Wagner, Hindemith und Mahler. Die Texte zwischen den Stücken werden von Pfarrer Horst Rühl vorgetragen. Sowohl die Musikstücke, als auch die Lesungen nehmen Bezug auf das Attentat.

Die St. Elisabethkirche, Kastanienallee 68, und die Stadtpfarrkirche Mariae Namen, Im Bangert, bleiben am 19. Februar den ganzen Tag über zum persönlichen Gedenken an die Opfer und deren Familien geöffnet. Um 18 Uhr wird die Vorabendmesse in beiden Kirchen zum Gedenken an die Opfer des Anschlags gefeiert.

19. Februar in Hanau: Lichterkorridor auf dem Kurt-Schumacher-Platz, Gedenken auf dem Heumarkt

Die Jüdische Gemeinde Hanau, die Wallonisch-Niederländische Kirche und die katholische Pfarrei St. Elisabeth veranstalten am 19. Februar eine Gedenkfeier unter dem Titel „In Freiheit und Toleranz den Glauben leben“, bei der auch OB Claus Kaminsky spricht. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Wallonisch-Niederländischen Kirche.

Ab 21 Uhr veranstaltet das Jugendzentrum JUZ k-Town auf dem Kurt-Schumacher-Platz ein Gedenken mit Lichterkorridor. Zur gleichen Zeit lädt die Initiative 19. Februar* zu einem Gedenken auf dem Heumarkt ein.

Gedenken an die Opfer von Hanau: Fotoausstellung zum Thema „Haltung Zeigen“

Ab Sonntag, 20. Februar, präsentiert der Trägerverein Kulturzentrum Pumpstation (KUZ Hanau) in seiner Galerie Freihafen im Hafentor bis 27. März (dienstags, 18 bis 20 Uhr, freitags 17 bis 19 Uhr und sonntags 15 bis 18 Uhr) eine Fotoausstellung unter dem Titel „Haltung zeigen“, die sich dem Kampf gegen Rassismus, für Veränderung und Solidarität auf den Straßen und Plätzen des Rhein-Main-Gebiets widmet. Die Ausstellung ist Auftakt zum Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Hanau. Die Vernissage beginnt am Sonntag, 20. Februar, um 13 Uhr.

Das Kulturforum Hanau beteiligt sich am Festival für kulturelle Diversität „Wir sind hier“, das das Literaturhaus Frankfurt anlässlich des Jahrestags ausrichtet. Am 20. Februar von 15 bis 18 Uhr findet im Kulturforum die Hybrid-Veranstaltung „Schreiben im Hier. Schreiben nach Hanau“ statt. Die Schriftstellerinnen Lena Gorelik und Shida Bazyar sprechen mit der Literaturkritikerin Miryam Schellbach und lesen aus ihren Romanen. Beide Autorinnen befassen sich in ihren Werken mit Rassismus.

Jahrestag des Anschalgs von Hanau

Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen gibt es im Internet auf der Website der Initiative hanau-steht-zusammen.de.

Gedenkveranstaltungen zum 19. Februar: Kulturverein und Rotary Club gedenken der Opfer von Hanau

Der Hanauer Kulturverein (HKV) lädt in Kooperation mit der Initiative 19. Februar und den Hanauer Wochen gegen Rassismus zu zwei Veranstaltungen ein: Am 22. Februar, 18 Uhr, berichten die Initiative 19. Februar und Angehörige der Opfer im Kassettensaal der Remise von Schloss Philippsruhe über den Stand der Verhandlungen im Untersuchungsausschuss des Landtages.

Am Sonntag 27. Februar, gibt es um 17 Uhr in der Galerie des HKV ein Künstlergespräch mit Jasper Kettner und Vaska Zlateva, einer Angehörigen aus der Fotoserie mit dem Titel „Die Angehörigen“. Die Serie plus Buchprojekt wurden von Kettner und Ibrahim Arslan iniziiert. Die Bilder sind bis 27. Februar samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr in der Remisengalerie zu sehen.

Mitglieder der Rotary Clubs Hanau und Hanau-Maintal gedenken der Opfer des Attentats bereits am morgigen Freitag, 18. Februar, vor dem Golfclub in Wilhelmsbad. Die Veranstaltung im Freien wird zwölf Minuten dauern - so lange wie die Mordserie vor zwei Jahren gedauert hat. (Christian Spindler) *op-online.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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