Zuhause wären Sachen sicherer

Thema: Haftstrafe für Goldbarrendieb

Als einer der Betroffenen des Bankeinbruchs sind mir am Artikel sowie dem zugehörigen Kommentar zwei Dinge aufgefallen. Zum einen wird erwähnt, dass der Einbrecher als Wiederholungstäter bereits vor einem Jahr nach Teilverbüßung einer dreijährigen Haftstrafe in seine Heimat (gem. Polizeiauskunft Griechenland) abgeschoben worden war, nunmehr nochmals zu einer nur zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, weil er ja geständig war und sich in einer verzweifelten finanziellen Situation befand.

Wenn alle Verzweifelten Eigentumsdelikte begehen würden, müssten die Gerichte 24 Stunden am Tag urteilen und die Nacht zum Abarbeiten dazunehmen. Dass das „Geständnis“ zur Strafmilderung geführt hat, kann ich nur als geistige Verwirrung bezeichnen.

Bei dem Inhalt des Beuterucksackes bedurfte es keines reumütigen Geständnisses mehr. Bei diesbezüglichem Mitleid ist die Unzufriedenheit mit dem deutschen Rechtssystem verständlich und es stellt sich obendrein die Frage nach der Behandlung der noch nicht verbüßten Reststrafe.

Zum Anderen wird der „Du-Du-Finger“ erhoben, da ja in Wertfächern zweckentfremdet unzulässige Wertgegenstände eingelagert worden sind. So weltfremd sind auch nicht einmal die Angestellten des Bankhauses, die bei Mietabschluss mitleidig lächelnd auf diesen Umstand pflichtgemäß hingewiesen hatten. Aber als Bankkunde vermutet man eine gute Einlagensicherheit.

Dabei hätten sie aber auch pflichtgemäß darauf hinweisen müssen, dass im Bankhausgebäude die Fenster und Türen nicht alarmgesichert sind und eine Kameraüberwachung ebenfalls nicht vorhanden ist. Das heißt, dass außerhalb der Geschäftszeiten alle Schließfächer sozusagen vogelfrei sind.

Zu Hause wäre eine Aufbewahrung demnach sicherer und über die Hausratversicherung abgedeckt. Aus diesem Grund hat das Bankhaus auch erst am nächsten Tag der überraschten Polizei den Einbruch melden können.

Vielleicht ist aus diesem Grund (...) bisher nicht verraten worden, dass sich hinter dem „Bankhaus“ die Sparkasse Bad Hersfeld mit der Hauptstelle in der Dudenstraße verbirgt. (...)

Hartmut Conrad Hauneck

Kommentare