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Wer stoppt den Flächenverbrauch?

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Thema: Friedewald wächst – Neue Ansiedlungen

Ein namentlich noch nicht benannter Großinvestor möchte ab dem Jahr 2020 seine Geschäfte von Friedewald aus erledigen und hier seine Deutschlandfiliale errichten. Dafür werden 20 Hektar Gewerbefläche benötigt, die derzeit nach meiner Kenntnis weder nach der Flächennutzungsplanung der Gemeinde Friedewald noch nach der Regionalplanung zur Verfügung stehen.

Nur zur Erinnerung: Das sind 200.000 Quadratmeter wertvolle landwirtschaftliche Nutzfläche, auf denen unsere Nahrungsmittel produziert werden. Vielleicht auch Waldflächen, auf denen unser Holzbedarf für die Zukunft produziert wird. Das sind 20 Fußballfelder oder entspricht dem Platzbedarf von 40 Windrädern.

Ich bin gespannt, was dazu die Landwirte in Friedewald sagen, die mit drei Großtraktoren ihre Flächen vor der Baggerschaufel gerettet haben als es um die Zuwegung zum geplanten Windpark Roteberg (fünf Windräder) ging. Ein Bruchteil im Verhältnis zu den jetzt benötigten landwirtschaftlichen Flächen. Dafür musste extra eine neue Zufahrt durch den Wald gebaut werden! Ich bin gespannt, auf die diesbezüglichen Aussagen der „Bürgerinitiative für ein l(i)ebenswertes Friedewald“, die „Nein“ zum Verkauf der eigenen Heimat und dem gewohnten Lebensumfeld sagen. Gilt dieser Leitsatz nur in Zusammenhang mit Windkraft oder auch für den Schutz unserer Heimat vor dem enormen Flächenverbrauch immer neuer Logistikzentren mit dem dazugehörigen LKW-Verkehr?

Gilt weiter „Wachsen um jeden Preis“ zum Nachteil nachfolgender Generationen? Der Bauernverband und der Bund für Umwelt und Naturschutz haben eine Allianz gebildet, um gemeinsam den Flächenverbrauch in Hessen zu stoppen. Wir brauchen endlich zum Schutz unserer Lebensgrundlagen den „Netto-Null-Verbrauch“ bei Flächen.

Hier ist die schwarz-grüne Landesregierung gefordert! Eine Reduzierung des täglichen Flächenverbrauches im Landesentwicklungsplan von derzeit 3,0 ha auf lediglich 2,5 ha reicht nicht aus!


Jörg Althoff

Ludwigsau

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