Patienten gehen bald nach Hünfeld

Thema: Orthopädie-Wechsel nach Rotenburg

Ich bin seit über 20 Jahren „grüne Dame“ im Klinikum und habe erlebt, dass mit jedem Umbau eine Umstrukturierung einherging und die Stimmung überall „unfroher“ wurde. Mehr Arbeit, aber keine harmonische Zusammenarbeit. Ich war nie stationär im HKZ, aber diese endlos langen Gänge mit den vielen Türen sind ein Graus und die medizinischen Stützpunkte selten besetzt.

Nun war ich zur OP in der Orthopädie in Hersfeld, einem weithin hochgelobten Haus wegen seiner operativen Qualifikation. Ein überschaubares Krankenhaus in einem liebevollen Ambiente, in dem ein freundlicher, oft fröhlicher Ton herrscht und die Schwestern, trotz der vielen Arbeit, immer hilfsbereit präsent sind. Dieses Lebenswerk eines hervorragenden Arztes, der ein kompetentes Team um sich geschart hat, das überall Anerkennung findet, soll nun durch eine politische Aktion aufgelöst und bröckchenweise nach Rotenburg verschoben werden. Jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch weiß, dass dorthin nicht mehr viele Patienten kommen werden. Bedeutet im Endeffekt, dass die eingesparten Kosten durch die Auflösung mit der Verlagerung nach Rotenburg zunichtegemacht werden. Außerdem besteht bereits eine angesehene orthopädische Praxis im Kreiskrankenhaus Rotenburg, die mit dem Zuzug einer neuen Facharztpraxis in ihrer Existenz gefährdet wird.

Auch dieses kleine Krankenhaus ist eine außerordentlich freundliche und überschaubare Einrichtung. Wollen Sie wirklich alle diese etablierten Einrichtungen kaputtmachen, um kurzfristig Kosten einzusparen? Auf lange Sicht werden sich die Menschen aus unserem Kreis kleineren Kliniken im Umkreis anvertrauen, zum Beispiel in Hünfeld.

Wir haben hier in Bad Hersfeld schon viel verloren, muss das wirklich so weitergehen?

In großer Sorge:

Elke Schneider

Bad Hersfeld

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