Möge er auf seinen Euros schmoren

Thema: Riesenrad-Betreiber sagt Lullusfest ab

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Der Riesenrad-Schausteller Oscar Bruch jr. hat einseitig seinen Vertrag mit der Stadt Bad Hersfeld gebrochen. Begründung: Personalprobleme.

Am 25. August eröffnete mir Herr Bruch in Luxemburg, dass er nicht nach Bad Hersfeld kommt. Ich sagte ihm, dass ich sehr enttäuscht sei, aber nicht der richtige Ansprechpartner, sondern der Bürgermeister als Vorsitzender der Lullusfestkommission. Herr Bruch reiste also am 29. August nach Bad Hersfeld, sprach mit den Verantwortlichen des Lullusfestes und bekräftigte seine Absage wieder mit Argumenten von weggelaufenen rumänischen Mitarbeitern. Ende des Gesprächs, in dem ihm von städtischer Seite viel Hilfe angeboten wurde, war seine Aussage: Sie haben einen unterschriebenen Vertrag, den ich einhalten werde. Wenige Tage später kam telefonisch seine endgültige Absage.

Meine Meinung dazu: 1. Warum laufen rumänische Mitarbeiter weg, wenn sie ordentlich bezahlt und behandelt werden? 2. Warum mache ich Verträge mit anderen Städten, die vielleicht etwas lukrativer sind, wohlwissend, dass der Zeitplan für Auf- und Abbau und Transport extrem eng wird, und eigentlich nicht zu schaffen ist? 3. Ich bin der Überzeugung, dass Herr Bruch aus Berechnung die Stadt Bad Hersfeld so spät informiert hat, um zu verhindern, dass diese einen adäquaten Konkurrenten findet. Dass er Basel und Düsseldorf hält, wusste er ja schon seit einigen Monaten.

Fazit: Dieser Unternehmer, der in einer Zeitschrift mit den Worten zitiert wird: „Ich bin alt und brauche das Geld“, sollte hier nie wieder einen Platz bekommen. Er ist eine Schande für alle Schaustellerkollegen, die sich täglich dafür einsetzen, den Volksfestbesuchern einige schöne Stunden zu bescheren.

Danke an die Verantwortlichen der Stadt, die in der Kürze der Zeit die „drittbeste“ Lösung des Problems zauberten.

Dank aber auch an Richard Krolzig, der als leitender Mitarbeiter des „Bellevue“ und als bekennender Lolls-Fan über viele Jahre das Gesicht dieses Riesenrades war und mit unzähligen Aktionen für den Erfolg unseres Lullusfestes beitrug. Er war übrigens genauso überrascht von den „Aktionen“ seines Chefs wie ich.

Möge ein Herr Bruch auf seinen Euros schmoren, wir werden auch ohne ihn ein wunderschönes Lullusfest feiern. Aber der Stachel sitzt tief!

Reinhard Rauche

Bad Hersfeld

Kommentare