Mandatsträger lächerlich gemacht

Thema: Intendant Dieter Wedel und Festspieldefizit

Bei dem viel gepriesenen Besucherrekord der diesjährigen Festspiele unterschlägt man wohlweislich, ja ganz bewusst, dass 100 000 Zuschauer nur aufgrund der außergewöhnlich langen Spielzeit zu verzeichnen waren. Bis vor drei Jahren begannen Anfang August jeweils noch die Opernfestspiele, zu denen nochmals Tausende von Besuchern kamen, von denen viele unter anderem aufgrund der jeweils zwei Operninszenierungen des Arbeitskreises für Musik mehrere Tage blieben und so Geld in die Lullusstadt brachten. Die Festspiele der Intendant-Wedel-Ära in der altehrwürdigen Ruine finden wahrlich keinen ungeteilten Beifall.

Mit bedenklicher Selbstbeweihräucherung spricht Intendant Wedel selbst immer wieder von einem zuvor nie da gewesenen „hohen Niveau“, wenngleich seine eigenen Inszenierungen gerade ein geteiltes Echo fanden und finden – und das, obwohl für das erstellte Luther-Drehbuch und dessen Inszenierung nochmals eigens zusätzlich 500 000 Euro geflossen sind.

Warum muss er die zum Teil großartigen Theateraufführungen mit großen Schauspielern vergangener Jahre so niedermachen?! Ja, Dieter Wedel spricht selbst gerne vom „Salzburg des Nordens“ – nur dumm, dass die Medien dieses „Gütesiegel“ noch nicht aufgenommen bzw. noch nicht groß herausgestellt haben.

Für das in seinen Augen ungebührliche „jährliche Gezerre um den Etat“ macht er die Mandatsträger quasi lächerlich. Endlich spielen erfreulicher, ja dankenswerter Weise, erste Verantwortungsträger nicht mehr vorbehaltlos mit. Das lässt hoffen!

Brunhilde Miehe

Kirchheim

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