Fahrlässig und unverantwortlich

Thema: Windkraft am Wehneberg - Da hat jede Form Ihre Berechtigung, aber es muss der richtige Standort mit Bedacht auf die Umwelt gewählt werden. Ich halte Windparks in unseren Mittelgebirgen für falsch. Zwar stehen uns heute Simulationsprogramme zur Verfügung, mit deren Hilfe ein Jahresertrag prognostiziert werden kann, aber in Deutschland stehen für solche Berechnungen kaum valide Daten zur Verfügung.

Die Mittelgebirge stehen erst seit relativ kurzer Zeit im Focus von Windparkbetreibern und Investoren. Die topographische Lage und Geländeform stellen die Windanlagen auf eine zusätzliche Belastung. Verwirbelungen und Turbulenzen, die die Rotorblätter in Schwingen versetzen, haben negative Auswirkung auf die Lebensdauer der Anlage und somit steigen auch die Betriebs- und Wartungskosten unmittelbar an. Der TÜV Süd hat ein Forschungsprojekt in der Oberfalz, bei Erbendorf Landkreis Tirschenreuth. Hier wird eine Windanalyse für die Dauer von 2 Jahren und in 140 Metern Höhe durchgeführt. Denn der Grund ist, bei einer Nabenhöhe von 140 Meter sinken die negativen Belastungen auf die Rotorblätter der Wind-Energie-Anlage (WEA). Zum heutigen Stand ist der Windpark am Wehneberg mit einer Nabenhöhe von 125 Meter geplant. Wer garantiert denn, dass nicht am Windpark Wehneberg ein „Repowering“ standfindet?

So ein „Repowering“ ist auch bei dem Windenergiepark Vogelsberg durchgeführt worden. Nachdem die erste Investorengruppe den Windpark auf Grund der Unwirtschaftlichkeit und hohen Betriebskosten verkauft hat, tauschte der neue Investor die „alten Windturbinen“ gegen effektivere und leistungsstärkere Windräder aus. Weitere Informationen und die Erfahrungen mit einem Windpark findet man unter der Internetadresse www. gegenwind-vogelsberg.de. Es gibt viele weitere Beispiel wie der Windpark Appenhain auch hier wird ein Repowering geplant. Die komplexen Schutzvorschriften für Mensch und Natur finden dann keine weitere Beachtung mehr, gibt es doch eine gültige Betriebsgenehmigungen für den Windpark. Demokratische Rechtsmittel, Einspruchsverfahren oder Anhörungsverfahren oder Bürgerbegehren finden nach dem Bau nicht mehr statt!

Warum werden nicht die Forschungsergebnisse abgewartet, bevor es zum Bau von Windparks kommt? Es wird hier im „Hau Ruck Verfahren“ eine WEA geplant und geschönt. Wenn erst die Betonfundamente für die Windräder im Waldboden eingebaut sind, können im Rahmen des Repowerings auch größere Windräder mit höheren Nabenhöhen aufgestellt werden. Da gibt es ausreichende Sicherheitsreserven bei der Planung. Es gibt schon heute viele Alternativen zu dem Windparks, wie zum Beispiel „Power to Gas“, wo man überschüssige PV Energie in künstliches Erdgas umwandelt und das Erdgas dann in den Nachtstunden Gasturbinen zur Energiegewinnung zuführt. Der Bundesumweltminister Peter Altmaier plant eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes. Damit könnten dann auch Windräder in „Natura 2000 Gebieten“ errichtet werden. „Natura 2000“ ist eine Bezeichnung für ein Netz von Schutzgebieten nach einer europäischen Fauna-Flora-Habit Richtlinie. Es würden dann auch Windenergiestandorte zulässig, bei der es zu einer erheblichen Belastung der Umwelt kommt! Ich halte es für fahrlässig und unverantwortlich Windparks in die Mittelgebirge zu bauen. Schließlich sollte man sich über die unwirtschaftlichen Ertragsergebnisse, die extrem hohen Bau und Wartungskosten und die Umweltbelastung im Klaren sein!

Holger Hemmenstädt
Schöne Aussicht 20
Heenes

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