Leserbrief

Den Menschen den Anblick der Zuse-Scheune ersparen

Mit großem Interesse habe ich in der HZ vom 5. Juli das Interview mit dem Sohn von Herrn Dr. Konrad Zuse gelesen.

Bei Aufzählung der Wohn- und Arbeitsstätten von Dr. Konrad Zuse fiel mir auf, dass Bad Hersfeld nicht erwähnt wurde. Fest steht, dass seine Z1- bis Z4-Entwicklung in Berlin erfolgte. In 1957 wurde der Entwicklungsstandort von Neukirchen nach Bad Hersfeld verlegt. Dort erfolgten weitere Entwicklungen von Rechnern bis zur Z25.

Im „Wortreich“ ist inzwischen die Z22 zu besichtigen. Erfreulich finde ich, dass diesem geistreichen Erfinder Dr. Konrad Zuse in Bad Hersfeld ein Denkmal gewidmet (Nähe Stiftsruine) und eine Straße nach ihm benannt wurde. Zusätzlich noch die Ausstellung und Dokumentation im „Wortreich“. Was ich nicht verstehe, warum diese baufällige, nicht sehenswerte Scheune an der Wehneberger-Straße erhalten werden soll.

Zur gleichen Zeit als dort Zuse-Mitarbeiter arbeiteten, gab es in Bad Hersfeld weitere kleine Standorte der Firma Zuse. Hatte die Scheune ein Alleinstellungsmerkmal? Und wenn ja, würde nicht eine Hinweistafel in der Wehneberger-Straße/Ecke Dippelstraße als 4. Erinnerungsstätte ausreichen? Ich bin überzeugt, dass nicht nur viele Bad Hersfelder Bürger, sondern auch die Besucher des Hessentages im nächsten Jahr erfreut wären, wenn ihnen dieser „Scheunen-Anblick“ erspart bliebe. Auch wenn ein Erhalt der Scheune seinerzeit vertraglich vereinbart wurde, muss es doch – wenn neue Erkenntnisse vorliegen – möglich sein, eine Korrektur in beiderseitigem Einvernehmen vorzunehmen.

Walter Gluth Bad Hersfeld

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