Kirchen zu Weinlokalen umwandeln

Thema: Leere Kirchenbänke im Landkreis

Ist doch gut, wenn es bei uns hier auch in Richtung säkulares Deutschland geht. Die tausende Jahre alten Botschaften der Kirchen sind halt einfach nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand, und die Menschen sind zu aufgeklärt, um noch an Jungfrauengeburt, Paradies und Todsünde zu glauben.

Was kann man nun aus Kirchen und Kirchenbänken machen? Vor einigen Jahren kam ich in Italien, genauer im Piemont, zu einer interessanten Erfahrung. Eine große, ehemalige Kirche hatten sie in ein Weinlokal mit Verkauf und Verköstigung umgewandelt.

Für mich als Atheist und Epikureer ein wahres Freudenfest! Kein „Weinwunder“ wie in der Bibel beschrieben (Wasser zu Wein), sondern ein Wunder an Auswahl und Geschmack. (...)

Entspannte Atmosphäre an großen Tischen mit interessanten Menschen. Also, auch bei uns: Kirchenbänke raus, Tische und Stühle rein und Ausschank. Es muss ja nicht gleich Wein sein. Dann Gespräche, Diskussionen und Austausch über Gott und die Welt. Keine Prediger mehr vorne, die Geschichten erzählen, die sie selbst nicht mehr glauben. Keine Liturgie mehr, die amtlich vorschreibt, wie der Ablauf sein muss.

Die Kirchen sind doch heute reine Wirtschaftsunternehmen und müssen sich nicht wundern, wenn deshalb auch die Kirchenbänke leer bleiben. Außerdem verlieren sie laufend an Glaubwürdigkeit (zum Beispiel Missbrauchsvorwürfe, Schließung von Einrichtungen ...) Wer da noch Lust auf Kirche hat, muss schon sehr leidensfähig sein.

Fazit: Menschen brauchen Menschen und keine Kirchen.

Lothar Stelter

Bad Hersfeld

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