Schandfleck muss ein Schmuckstück werden

Thema: Zuse-Scheune - Mit ihrem sehr informativen Leserbrief über Konrad Zuse vom 16. September sprach mir Frau Dr. Weide aus tiefster Seele. Dem heutigen Artikel in der HZ unter der Überschrift „Zuse - Höfe bald bezugsfertig“ ist zu entnehmen, dass es für die künftige Nutzung der Zuse - Scheune an einer Idee fehlt.

Gleichzeitig signalisiert Herr Sauer Gesprächsbereitschaft, um „zu einer einvernehmlichen Lösung mit der Stadt zu kommen“. Neu für mich ist der Hinweis, dass die Scheune nur „zur Hälfte auf dem Grundstück steht“. Wem gehört die andere Hälfte? Der Stadt etwa? Das riecht geradezu nach einem Fifty - Fifty - Kompromiss! Bürgermeister Fehling sprach bei der Kandidatenkür in der Stadthalle von einer „Museumsmeile“ in Zusammenhang mit der Bewerbung Bad Hersfelds um die Ausrichtung des Hessentags 2019. Frau Dr. Weide’s Ausführungen sind diesbezüglich ein Wink mit dem Zaunpfahl, aber es ist zu befürchten, dass die seit Jahr und Tag propagierte Bürgerbeteiligung und Einbeziehung der Vereine auch in diesem Fall außen vor bleibt und die Museumsmeile nichts weiter als Schall und Rauch ist. Die mittlerweile Jahrzehnte alte Diskussion um eine adäquate Unterbringung des Stadtarchivs kommt einem in den Sinn, in dem unter anderem auch Zeugnis abgelegt ist von der industriellen Vergangenheit Bad Hersfelds. Das würde passen: neben Konrad Zuse’s „Bastelstube“, wo er (und nur er!) den ersten Computer montierte, werden z. B. das Zentrum der Deutschen Tuchindustrie sowie das Wirken Benno Schildes beschrieben, an den neben den denkmalgeschützten ehemaligen Werksgebäuden auch der Schilde - Park erinnern. Es ist zu wünschen dass die Stadt trotz der Drohung mit der Gift- und Verseuchungskeule am Erhalt der Zuse - Scheune festhält. Im Moment ist diese in der Tat ein Schandfleck. Aber es gibt genügend Beispiele, wo mit gutem Willen aus einem Schandfleck ein kleines Schmuckstück geworden ist. 

Klaus Busse
Bad Hersfeld

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