Es geht um Profile

Thema: Windpark am Wehneberg - Seit Monaten verfolge ich mit wachsendem Unverständnis die Diskussion um den Windpark Wehneberg. In der HZ war kürzlich zu lesen, dass es im Kreis Hersfeld-Rotenburg bereits 34 Windkraftanlagen unterschiedlicher Größe gibt.

Ich frage mich, wieso man auf dem Wehneberg wieder bei Adam und Eva anfangen muss, mit Messungen, Gutachten und Gegengutachten, Planung, Bau von Zufahrtwegen für Schwertransporter und Kranwagen sowie Stationen für Wechselrichter und Netzeinspeisung, und warum man erneut ein Stückchen unberührter Natur zerstören muss, wenn an 34 Standorten all dies bereits vorhanden bzw. geschehen ist. Darüber hinaus müssten von diesen 34 Standorten exakte Zahlen über Auslastung (Wind-, Technik-, bedarfsbedingte Stillstände) ebenso vorliegen wie über zu Tode gekommene Fledermäuse, Milane, Kraniche oder sonstiges Getier. Man könnte entscheiden, welcher dieser 34 Standorte für eine Erweiterung um 4, 6 oder 8 Rotoren besser oder weniger gut geeignet ist. Wenn es wirklich nur um die Energiewende geht, wäre dies sicher der bessere Weg. Leider jedoch geht es nicht um Energiewende, sondern um Profit! Wer aber sind die Profiteure? Sicher nicht der Investor ABO-Wind, dem es ziemlich egal sein dürfte, wo die von ihm geplanten Rotoren gebaut werden, und an wen er die Gewerbesteuer abführt. Im Gegenteil: Alle vorhandenen Gutachten, die Infrastruktur und Zahlen von 34 Standorten im Kreis würde ihm Arbeit, Zeit und Kosten sparen. Bleibt die Kommune, also die Stadt Bad Hersfeld! Die Verantwortlichen, die am 30. Januar in der Stadtverordnetenversammlung über das Projekt „Windpark Wehneberg“ abstimmen, sollten sich im Vorfeld folgende Fragen stellen:

1. Wie hoch sind die erhofften Gewerbesteuereinnahmen, und welche Annahmen liegen diesen Berechnungen zugrunde? 

2. Wie hoch sind die bereits angefallenen Kosten für Gutachten und Planung, und mit welchen weiteren Kosten ist im Falle der Realisierung der Windkraftanlage zu rechnen? 

3. Stehen Kosten und Schäden an der Natur und erhoffte Einnahmen auch nur annähernd in einem vernünftigen Verhältnis, und wer zeichnet verantwortlich, wenn die prognostizierten Einnahmen deutlich unter den Berechnungen bleiben? P. S.: Die A 4 in Höhe Friedewald wird z. Z. umgebaut, verbunden mit gewaltigen Erdbewegungen. Warum können die 8 Rotoren nicht beidseits dieser neuen Autobahnstrecke gebaut werden? 

Klaus Busse
Finkenweg 73
Bad Hersfeld

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