Verkürzte Sichtweise

Thema: Windkrafturteil Dens und Kommentar, HZ vom 20. Januar 2014 - Das die BI „Pro Solz“ sich mit ihren Argumenten gegen die geplante Windkraftanlagen bei Solz vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof durchgesetzt hat, zeugt von einer funktionierenden Demokratie und einem intaktem Rechtsstaat, indem nicht immer nur die Interessen von Finanzinvestoren Vorrang haben.

Insofern und im Sinne des Artenschutzes kann man das Gerichtsurteil nur begrüßen. Der Kommentar von Herrn Dupont hierzu ist allerdings befremdlich. Es ist eben nicht egal wofür sich Bürger mit Geld, Zeit und Kraft einsetzen, um erfolgreich zu sein. Es zählen letztlich die guten Argumente und Recht und Gesetz, und die waren hier auf Seiten der Bürgerinitiative. Dafür, dass sich Bürger auch für die falsche Sache einsetzen können, gibt es genug Beispiele (z. B. der Kampf gegen Unterkünfte für Flüchtlinge und Asylsuchende), Warum wir in Deutschland bald „mehr als genug“ alternative Energie produzieren werden, erschließt sich wohl nur für Herrn Dupont. Der Anteil der alternativen Energie (mit geringem bis keinem CO2-Ausstoß) beträgt zurzeit in Deutschland etwa 20 Prozent. Die Bundesregierung will bis 2030 60 Prozent erreichen. Der Weg dahin ist also noch weit. Man kann davon gar nicht genug haben, es sei denn, man will weiterhin auf die Verstromung von Braun- und Steinkohle oder Atomenergie mit all ihren schlimmen Folgen setzen. Das eine Landschaft durch Windkraftanlagen zum Industriegebiet wird, ist schon eine sehr verkürzte Sichtweise. Herr Dupont sollte mal seinen Blick in die Lausitz oder nach Garzweiler in NRW richten. Dort kann man sehen, wie die traditionelle Stromerzeugung ganze Landschaften inklusive ihrer Dörfer zerstört. Da ist das Beklagen einiger Windkraftanlagen als Landschaftszerstörung doch unverhältnismäßig. Richtig ist, dass weiterhin darüber diskutiert und gestritten werden muss, wie viel Windkraft an welchen Standorten und in welchen Regionen sinnvoll und notwendig sind. An der Notwendigkeit die alternativen Energiequellen weiterhin auszubauen, gibt es meiner Meinung nach keinen Zweifel. 

 Thomas Weißmüller
 Schieferstraße 21 Bebra

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