Rettet euren Stadtwald auf dem Wehneberg

Thema: Windkraftanlagen auf dem Wehneberg - Im März 2012 entschieden sich die Stadtverordneten mehrheitlich für die WKA am Wehneberg. Die Grünen haben bei der Abstimmung bewusst als Zünglein an der Waage fungiert Sie sind als aufmerksame "Gutmenschen" mit entsprechender Presse immer wieder in vielen Bereichen präsent, kürzlich erst beim Einsatz für ein naturgerechtes Vorgehen bei den geplanten Baumfällarbeiten an der Geis, - eine lobenswerte Aktion im kleinen Bereich.

Im Vergleich dazu wird von denselben Grünen die großflächige Abholzung des Wehneberges gefordert. Man möchte nicht vermuten, dass hier die Gewissenhaftigkeit, mit der sie den Ausstieg aus der Atomkraft vorangetrieben haben in Gewissenlosigkeit gegenüber dem Naturschutz umschlägt - nach dem Motto Umweltzerstörung für Umwelttechnik-. Ist das der "grüne Wandel", den die Grünen propagieren.

So wird´s gemacht:

Vom 15.März bis 14.Mai kann man Einsicht in die offen gelegten Pläne nehmen, entweder im Bügerservicebüro, Landratsamt Friedloser Straße, dort kann man auch schriftlich Meinungen und Einsprüche abgeben, oder im Internet "www.buergerbeteiligung-hessen.de". Bis spätestens 27. Mai sollten alle Mitteilungen beim RP in Kassel eingegangen sein.

Unter dem Titel "Türme, Kuppen und Milane" (HZ 06.12.2012) erfuhren dann die Bürger, dass vom RP der Wehneberg als umstrittener Standort für WKA in der Vorschlagsliste der Vorrangflächen nicht mehr ausgewiesen ist. Damit schien dieses umstrittene Projekt endlich vom Tisch. Viele Hersfelder haben aufgeatmet -zu früh-! Einen Monat später wurde auf Beschluss der Regionalversammlung (RV) der Wehneberg (124,16 ha) doch in die Liste aufgenommen.

Bei der Ausweisung von Vorrangflächen setzte die RV eine Windhöffigkeit von 5,75 m/s voraus. Bisher bezeichnete man einen Wert von 6,0 m/s als "wirtschaftlich" (Lars Rotzsche -Bundesverband Windenergie - HZ 07.12.2011 "Beim Wind ist die Luft raus" ) bzw. 6,25 m/s als "wirtschaftlich interessant" . Zur Zeit bestehen noch Widersprüchlichkeiten hinsichtlich des dortigen Windkraftwertes. Während TÜV-Süd in seinem Gutachten eine nicht ausreichende Windkraft festgestellt hat(Schwachwindgebiet?),vermutet der Investor einen höheren Wert. Sowohl in Richtung Windkraft als auch in Hinsicht auf ein naturschutzrechtliches Gutachten (Fledermausvorkommen) befindet man sich noch in der Untersuchungsphase. Ohne die Ergebnisse abzuwarten, wurde der Wehneberg, als Vorranggebiet ausgewiesen.

Irgendwann werden die Fakten doch ins Konzept passen. Es wäre zu schade um die Subventionen! Diese zermürbenden Widersprüchlichkeiten sollten Grund genug dafür sein, um endlich von einem unsinnigen Projekt abzulassen und den Hersfeldern ihren Stadtwald nicht zu zerstören. Stadtnah, zu Fuß zu erreichen, mit einer Ausflugsgaststätte und einem Reiterzentrum trifft man hier zu jeder Jahres- und Tageszeit Erholungssuchende und Freizeitsportler an. Hier wurde vermutlich von Ortsunkundigen der Erholungswert nicht hoch genug eingeschätzt. Auch wenn bei dem geplanten Projekt ein gewisser Betrag ins "Stadtsäckel" fließen sollte, ist ein unbezahlbares Naturparadies nicht mit Geld aufzuwiegen. Hersfelder kämpft um euren Stadtwald - und legt zahlreich Einspruch ein!

Ingrid Gebhardt
Heinrich Gutberletstr. 5
362561 Bad Hersfeld

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