Transparenz ist wichtig

Thema: Windkraft am Wehneberg, HZ vom 22.6. - Im Artikel „Was ist die Alternative?“ vom vergangenen Samstag wird der Eindruck erweckt, Mitglieder der Bürgerinitiative hätten „massiven Druck“ auf Stadtverordnete ausgeübt. Dies können wir so nicht stehen lassen. Wir haben die Stadtverordneten zweimal direkt angesprochen.

Einmal um sie zur Waldbegehung einzuladen und einmal in einem offenen Brief, für jedermann nachzulesen. Wir haben weder Drohungen oder Diffamierungen ausgesprochen. Wir stellen fest: Persönliche Differenzen zwischen den genannten Stadtverordneten und Einzelpersonen haben keinerlei Bezug zu unserer Bürgerinitiative - sie sind weder von uns angestoßen, befürwortet noch unterstützen wir diese. Im Gegenteil - es müsste aufgefallen sein, wie sehr wir uns bei aller Emotion um eine Versachlichung der Diskussion bemühen. Der gennannte Passus suggeriert hingegen, von uns würde solch unprofessionelles Verhalten ausgehen.

Dazu blieb leider ohne Erwähnung, dass aus den Reihen der Stadtverordneten der Grünen und vor etwa 100 Zuhörern in Zusammenhang mit Windkraftgegnern von „faschistoiden Zügen“ gesprochen wurde - eine derartige Verirrung und Beleidigung kann eher als Auslöser für ein „beunruhigendes Klima“ verstanden werden. Wir können uns eine solche Entgleisung nur als Ausdruck allergrößter persönlicher Anspannung und Betroffenheit erklären. Vielleicht resultiert dies zum Teil aus der immer stärker werdenden Protestbewegung der Bevölkerung gegen die Windindustrie im Stadtwald. Gerne wollen wir aber dazu beitragen, die Debatte weiterhin sachlich zu führen und den Dialog zu suchen. Dies ist im Übrigen gar nicht so einfach, wenn die Diskussion nach wenigen Momenten wieder fast reflexhaft von Bad Hersfeld weg zu Fukushima geführt wird. Dies erlaubt dann nicht, konsequent über die Situation hier vor Ort zu sprechen, ohne sofort ein Denkverbot verordnet zu bekommen. Die Stadtverordneten haben das Verfahren aus der Hand gegeben. Es ist höchste Zeit die großen Wissenslücken zu schließen. Nur, wenn jetzt Transparenz in das Verfahren kommt, kann die versprochene Bürgerbeteiligung gelingen. Es werden Gutachten zitiert, die es gar nicht gibt. Es wird die Menge der gesammelten Unterschriften negiert, ohne sich über die tatsächliche Zahl zu informieren. Gutachten werden vom Investor bezahlt, ohne dass dort eine Einsichtnahme während der Untersuchung möglich ist.

An dieser Stelle ein Dank an alle Unterstützer, die sich zurzeit mit großem persönlichen Einsatz dafür engagieren, dieses Projekt zu verhindern. Mensch, Tier und Wald dürfen nicht für die nächsten 25 Jahre diesem gefährlichen Eingriff ausgesetzt werden!

Markus Gressmann und Andrea Zietz
für die Bürgerinitiative „Rettet-den-Stadtwald“

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