Kühne Behauptungen

Thema: Windkraft in Dens, HZ vom 20. Januar 2014 - Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gegen die geplanten Windkraftanlagen auf dem Armesberg bei Dens ist aus naturschutzfachlicher Sicht zu begrüßen und ein Erfolg zum Schutz der Rotmilane. Dem Schutz der Greifvögel im Offenland wurde bei diesem Projekt zu wenig Rechnung beigemessen.

Daraus Parallelen zu den geplanten Windkraftanlagen auf dem Hersfelder Wehneberg zu ziehen, ist aus meiner Sicht allerdings nicht gerechtfertigt. Denn nach diesem Urteil des Verwaltungsgerichtes erhalten Windkraftanlagen im Wald jetzt noch größere Bedeutung. Die ornithologische Fachwelt ist sich einig, dass Windkraftanlagen im Wald gerade den Rotmilan weniger gefährden als Anlagen im offenen Gelände. Es ist nicht auszuschließen, dass es bald heißt: „Rotmilane drängen Windkraftanlagen auf die Berggipfel in die großen Wälder“. Auch wenn das Urteil zum Schutz der Rotmilane grundsätzlich zu begrüßen ist, macht die Berichterstattung in der HZ doch deutlich, dass neben dem Vogelschutz auch subjektive Befindlichkeiten bei der Ablehnung der Windkraftanlagen eine Rolle spielen. Die Hoffnung der Windkraftgegner, dass durch das Kasseler Urteil weitere Windenergie-Projekte in Hessen zu Fall gebracht werden, zeigt, dass auch bei einigen im Naturschutz Aktiven zu wenig bedacht wird, dass der Ausbau der erneuerbarer Energien im Zeichen der Klimaerwärmung aktiver Natur- und Artenschutz bedeutet. Nicht nachvollziehbar ist der Kommentar des Herrn Dupont, in dem er ausdrücklich begrüßt, dass Bürger mit genügend Zeit und Geld gegen alles erfolgreich Widerstand leisten können - „egal wofür sie sich einsetzen.“ Unter diesen Voraussetzungen sind langfristige Ziele zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energie in Deutschland nicht mehr durchsetzbar. Wie Herr Dupont zu der kühnen Behauptung kommt, dass wir schon bald „mehr als genug“ alternative Energie in Deutschland produzieren“, ist ebenfalls schwer nachzuvollziehen, wenn man bedenkt, dass immerhin noch 76 Prozent der Bruttostromerzeugung 2013 aus nicht erneuerbaren Energiequellen stammt. Davon 15 Prozent aus Kernenergie und 46 Prozent aus Kohle, mit steigender Tendenz! (Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft). 

 Jörg Bennedik
 BUND-Kreisverband Hersfeld-Rotenburg

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