Grenzsteine verschwinden

Thema: Waldarbeiten von Hessen-Forst - Hessen-Forst lässt Grenzsteine verschwinden Fast jedes Jahr ist es das gleiche Spiel: Im Wald zwischen dem Siechenberg (Philippsthal) und dem Steinberg (Heringen) beschädigt, verschiebt, begräbt oder zerstört Hessen-Forst die alten Grenzsteine auf der Landesgrenze zu Thüringen.

Das geht nun schon so seit der Grenzöffnung vor 25 Jahren, besonders aber in den letzten 15 Jahren, seitdem es Hessen-Forst gibt (der Vorgänger war die Hessische Forstverwaltung).

Inzwischen stehen nur noch knapp die Hälfte aller Steine korrekt, alle anderen Steine sind beschädigt, schief gedrückt, liegen um oder sind mit Erde überschüttet und nicht mehr zu sehen. Allerdings ist es auch so, dass mehrere Grenzsteine ausgegraben und gestohlen worden sind und dass auch von Thüringer Forstbetrieben schon Steine beschädigt wurden. Es handelt sich hierbei um gültige Grenzsteine, wenn auch 150 Jahre alt, deren Entfernung unter Strafe steht. Zusätzlich sind es nun auch schon historische, wertvolle Grenzsteine. Und so geht die Zerstörung meistens vor sich: Mit schwersten Maschinen werden Bäume gefällt und auf den Fahrweg unmittelbar an der Grenze gerückt. Beim Rangieren, Aufstapeln und späteren Abfahren sind die Steine gefährdet. Oft wird dabei der Fahrweg total mit Erde verdreckt und dann mit einer Planierraupe wieder freigeschoben. Dabei sind die Steine wiederum gefährdet, denn es wird um Haaresbreite dran vorbei geschrammt (oder auch nicht). Da der Förster (beziehungsweise die Försterin) die Grenzsteine beispielsweise nicht durch Pflöcke markiert, werden oft nur die höchsten Steine von den Fahrern erkannt. Alles andere wird umgepflügt. Diese Arbeiten werden möglicherweise auch noch durch Ortsfremde ausgeführt. Ob die Fahrzeuglenker wissen, dass zwischen den hohen Steinen sich oft noch mehrere niedrige Zwischensteine befinden, die ebenfalls die Grenze markieren? Vermutlich nicht, denn der Dreck vom Fahrweg wird meist zwischen den noch sichtbaren hohen Grenzsteinen über die Grenze nach Osten geschoben. Zusätzlich hat man über eine längere Wegstrecke einen Erdwall genau auf der Grenze angehäuft. Aus diesem Wall ragen dann nur noch die höchsten Steine heraus. Wenn nochmal 25 Jahre vergangen sind wird es hier wohl keine Grenzsteine mehr geben!

Reinhold Nibbrig
Heringen

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