Die Hoffnung stirbt zuletzt

Thema: Umzingelungsverbot für Wirtschaft, HZ vom 1. Oktober - Dürfen sich die Bewohner des Heringer Ortsteils Herfa aufgrund des Artikels vom 1. Oktober in der Hersfelder Zeitung „Dörfer umzingeln verboten“ nunmehr berechtigte Hoffnungen machen, dass die in der jetzigen Form geplanten Windkraftanlagen, welche zur Totalumzingelung von Herfa führen würden, vom RP Kassel so nicht genehmigt werden.

Durch das im Artikel beschriebene Umzingelungsverbot würden die beim RP Kassel eingereichten Genehmigungsanträge zu den Windparks Waltersberg mit 10 WKA und Gaishecke mit 16 WKA speziell dahingehend von der Regionalversammlung besonders betrachtet werden müssen.

Würde außer den geplanten Windparks Gaishecke und Waltersberg auch noch das Vorranggebiet HEF_023/Hammundeseiche mit Windrädern bestückt, wäre den Herfaer Bürgern - ähnlich wie in Braunkohlegebieten - nur noch die Umsiedlung zu empfehlen. Damit dürfte der ehemalige Erholungsort zum Geisterdorf mutieren. Welche junge Familie investiert schon in ein Bauobjekt, welches nach Fertigstellung gleich ein Drittel weniger wert ist. Insofern belustigt die kürzlich in der Hersfelder Zeitung veröffentlichte Offerte des Friedwalder Gemeindeoberhauptes zum Erwerb von Bauplätzen, welche nahe des WP Roteberg und die BAB 4 liegen, unter diesen Eindrücken ein wenig. Die Vollindustriealisierung des ländlichen, naturnahen Raumes wäre die Folge dieses brachialen Eingriffes in unseren Lebensraum, in dem im Endausbau der WKA weit über 100 neue Anlagen stehen würden. Abgesehen von den zu erwartenden gesundheitlichen Einflüssen auf den menschlichen Organismus, wie er in vielen Publikationen nachzulesen ist, kommen auch finanzielle Einbußen auf die Herfaer Haus- und Grundbesitzer zu, die bundesweit als Begleiterscheinung von WKA’s festzustellen sind. Der Wertverlust von Immobilien beträgt nach der neuesten Veröffentlichung des Haus- und Grundbesitzervereins bis zu 30 Prozent; in Einzelfällen wird Unverkäuflichkeit von Objekten attestiert. Weite Teile der Bevölkerung distanzieren sich von dieser radikalen Form des Energiewandels und treten über verschieden Foren, z.B. als Mitglieder von Bürgerinitiativen, an die Öffentlichkeit. Sie fordern eine Umkehr oder Abänderung der derzeitigen Politik der rigorosen Verspargelung ihrer Heimat mit Windrädern. Unsere Politiker sind zum Umdenken aufgefordert. Noch ist Zeit, die anfänglich überstürzte Energiewende, um jeden Preis, nach typisch deutscher Manier, in vernünftigere Bahnen zu lenken.

Ein Anfang des Umdenkens ist das von der Hess. Landesregierung bestellte Mediationsverfahren, welches im September 2014 im Hess. Wirtschaftsministerium mit Vertretern des Roteberg- und Gaishecke-Projekts, der Friedewalder BI, des Friedewalder Bürgermeisters und Vertretern des HMWVL erstmals zu einem Interessenaustausch zusammen kam. Vertreter der Stadt Heringen und des Projektierers für den Windpark Waltersberg waren bedauerlicherweise ebenso nicht zugegen wie die Naturschützer von NABU und BUND, die etwas zum nachgewiesenen Schwarzstorch-, Fledermaus- und Rotmilanbestand in unseren Wäldern hätten beitragen können.

H. Schaub
Heringen - Herfa

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