Wahrheit kennt keine Kompromisse

Thema: Tauziehen um Limburger Bischof Tebartz-von Elst“, HZ vom 9. Oktober bis 8. November 2013 - In den 27 Ausgaben der HZ seit 9. Oktober 2013 sind täglich Berichte ausschließlich mit Negativschlagzeilen über den Limburger Bischof erschienen. Kein „Kirchenmann“ dieser Republik findet diese Aufmerksamkeit.

Selbst die „Elbphilharmonie“ und der „Berliner-Flughafen“ treten in den Hintergrund. Die Medien haben ausschließlich den „Bischofsfall“ im Fokus. Der Bischof erlebt derzeit, dass es keine „Liebe zu Gott“ ohne Leiden gibt. Statt über Verantwortliche der mehr als zehnjährigen Baugeschichte zu schreiben, gibt es nur den jungen Bischof als den „großen Verlierer“. Nachtreten soll man nicht, aber kurz mal nachrechnen und auch nachblättern. Was in Limburg abläuft ist mitleiderweckend und das „Allerletzte“. Die Liebe zur Kirche verlangt hohe Leidensfähigkeit. „Gottes Bodenpersonal“ scheint nicht mehr zu funktionieren und die „Dankbarkeit“ völlig auszublenden. „Undankbarkeit, so lehrt der jüdische Talmud ist schlimmer als Diebstahl“. Was sich die dortigen „Kirchenbrüder“ leisten, klingt nach Kirchenspaltung; heißt „Schisma“ und geht zurück ins Mittelalter. Man denkt an Luther und die Glaubenskriege. Kann das noch sein in einer modernen Welt und liberalen Zeit, fragen sich selbst Gläubige ungläubig. Auch die Automatik verstört. Gefordert wird sogar die Exkommunikation nach kanonischem Recht. Der Vatikan ist an sein eigenes Gesetz gebunden. Es geht im weltlichen Sinn um Hierarchie und Autorität, um Gehorsam und Unterordnung. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche handelt im Dienst der Einheit der Kirche und zahlreiche Limburger sägen am Stuhle Petri, um das salopp zu sagen. In der Wahrheit, die auch Bischof van Elst für sich in Anspruch nimmt, gibt es keinen Kompromiss. Ich erinnere an Erzbischof Lefebvre, der im Juni 1988 die Kirche schmähte und eigenmächtig Bischöfe weihte.

Wilfried Blum
Ludwigsau-Friedlos

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