Verpasste Chance

Thema: Stadtparlament kippt Lullus-Sportpark - Die Ablehnung des Lullus-Sportparks durch die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie der Fraktionsgemeinschaft ist ein Schlag ins Gesicht des Ehrenamtes. Im März 2013 haben sich 21 Vereine anlässlich des Besuchs des Herrn Ministerpräsidenten Bouffier in Bad Hersfeld an einer einzigartigen Präsentation des Sportparks beteiligt.

Soll heißen: 21 Vereine mit etwa 7000 Mitgliedern, die ihre Bereitschaft dokumentiert haben, neue Wege in einem nachhaltigen Miteinander und einem gemeinsamen Dialog zu gehen. Hier sollten Kräfte aus Vereinen, Schulen und Ehrenamt gebündelt werden. Doch leider ist dies von einem Teil unserer politischen Kräfte in Bad Hersfeld nicht gewollt, weil man als Parteisoldat aus Parteiräson anderen (hier: dem Bürgermeister) diesen Erfolg nicht gönnt. Natürlich nicht - wie an diesem Abend mehrfach betont - aus politischem Kalkül und auch nicht aus reinem Eigennutz. Nein! Schuld sind wie immer die Anderen. Abgelehnt haben die drei Fraktionen das Sportparkprojekt mit der Begründung, dass Ihnen keine konkreten und fundierten Zahlen zum tatsächlichen Sanierungsbedarf und zu den veranschlagten Kosten des geplanten Projekts sowie keine ausgereifte Planung und kein Bewilligungsbescheid aus Wiesbaden vorgelegen haben, der die Höhe der Zuschüsse beziffert. Mehrfach wurde dem Ausschuss durch Herrn van Horrick erläutert, dass eine baureife Planung nur dann vorgelegt werden kann, wenn man eine Solche auch beauftragt. Dies lehnten die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Fraktionsgemeinschaft aber kategorisch ab. Kein Planungsauftrag = kein Bewilligungsbescheid! So einfach ist das! Die Darstellungen von Herrn Wennemuth (SPD) und Frau Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) im Fachausschuss, dass den Parlamentariern bis heute keine konkreten Zahlen vorgelegt wurden, entsprechen nicht der Wahrheit. Bereits im Dezember 2012 hat der Vorstand der Sportgemeinde Hessen Hersfeld der damaligen Mehrheitsfraktion bei einem Ortstermin im Hessen-Stadion ein Sanierungskonzept für die Sportanlage Stadion Oberau vorgelegt. Im Übrigen wurde dieses Gesprächsangebot im Rahmen eines Ortstermins schriftlich an alle Fraktionen gerichtet. Das Sanierungskonzept basierte auf einem 100 Seiten starken Öko-Check des Landessportbundes, untermauert mit einer Fotodokumentation, einem detaillierten Raumbuch zur Sanierung und einer entsprechenden Kostenschätzung nach DIN, ausgearbeitet von einem Fachbüro. Es wurden drei Varianten mit konkreten Zahlen hinterlegt. Einerseits eine reine Sanierung des Geländes und andererseits zwei Varianten im Rahmen des Lullus-Sportparks. Richtig ist, dass den Teilnehmern eine detaillierte Planung mit konkreten Zahlen seit mehr als einem Jahr vorgelegen hat. Anwesend beim Vortrag im Hessen-Stadion waren die Herren Wennemuth und Eckhardt ( beide SPD), Frau Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) und Herr Jordan (FWG). Bedenkt man zudem, dass einige der genannten Personen ihre Wurzeln in anderen Hersfelder Sportvereinen haben, die aus dem Konjunkturpaket eine sanierte Sportanlage samt Kunstrasenplatz erhalten haben, dann bekommt die ganze Sache ein „Geschmäckle“. Mit dem dort eingesetzten Geld hätte bestimmt jeder der 21 am Lullus-Sportpark beteiligten Vereine gerne seine Sportanlage saniert. Wer wurde damals gefragt und wer hat wohl die Gelder seinerzeit verteilt? Ein Schelm, wer dabei aus politischem Kalkül an „Böses“ denkt. Ich hoffe, die rund 7000 Vereinsmitglieder wissen bei der nächsten Wahl, wo Sie „ihr Kreuzchen“ zu machen haben. Bad Hersfeld hat eine riesengroße Chance verpasst!

Michael Ernst
Vorstand der SG Hessen Hersfeld 1910 e.V. Bad Hersfeld

Kommentare