Hoffentlich kein Bumerang

Thema: Netzkauf und Strompreise - Der Kauf der E.ON-Mitte Strom- und Gasnetzanteile zum rein kommunalen EAM-Mitte Unternehmen bringt leider für uns Bürger keine Preisvorteile. Beide halten im beiderseitigen Stromvertrieb die Strompreise hoch und vertrauen auf die Unkenntnis der langjährigen alten Stromkunden, zu einem anderen Lieferanten mit wesentlich preisgünstigeren Tarifen zu wechseln.

So wie bei ebay, amazon und anderen Internet Waren-Anbietern ist es seit Jahren gebräuchlich auch das Preisgefüge am deutschen Strommarkt zu ordern. Dazu bieten insbesondere die beiden Strom-Vergleichsportale Verivox www.verivox.de oder check24 www.check24.de eine Rangliste von Stromlieferanten nach deren Preise gestaffelt an.

Eine übersichtliche Rangliste erhält man bei Eingabe der örtlichen Parameter (PLZ, Jahresstromverbrauch, bisheriger Lieferant und Tarif). Ich bediene mich schon seit Jahren dieser Methode und spare jährlich einige hundert Euro Stromkosten. Unverständlich ist die Art des neuen EAM-Vertriebes mit Inseraten in den Gemeindeboten und widersprüchlichen Preiseinsparungen gegenüber alten E.ON-Kunden mit Grundtarif. Eine etwa vergleichbare Richtschnur der deutschen und regionalen Haustarif-Strompreise ergibt bei E.ON bzw. EAM Brutto-Preise von circa 28 bis 29 Cent/kWh. Heutzutage liegt der untere Strompreis von günstigen Anbietern bei circa 24 Cent/kWh Brutto. Erstaunlich ist, dass die Rhön Energie Fulda in unserer Region mit circa 25 Cent/kWh am Strommarkt mithalten kann. Warum sind alle vier Städte im Landkreis mit Ihren Stadtwerken dem E.ON-Kauf nicht gefolgt? Vielleicht ist Landrat Dr. Schmidt und einige Bürgermeister als heiße Befürworter des Netzkaufes bereit, der Öffentlichkeit mitzuteilen, ob deren größere Stromverbraucher wie Kliniken, Schulen, Kläranlagen inzwischen EAM-Kunden sind? Bekanntlich wird der Kauf der E.ON-Netzanteile über langfristige Darlehen finanziert, und es ist zu hoffen, dass die Netzentgelte noch lange in der derzeitigen Höhe gezahlt werden - also ein riskanter Kauf. Zu bedenken ist, dass der ständig steigende Einspeise-Anteil der zufallsabhängigen Wind- und Solar-Energie ein ständiger Ballance-Akt für die konventionellen Kraftwerke und Stromnetz-Betreiber darstellt. Es muss schon jetzt überschüssiger Strom ins Ausland mit zusätzlichen Kosten abgegeben werden. Die Bundesnetzagentur als selbständige Bundesoberbehörde des Bundeswirtschaftsministeriums wird daher mit dem Netzentwicklungsplan kostspielige Netzumbauten fordern. So wird von den E.ON federführend bereits für deren Netze eine neue intelligente Netztechnologie (SmartGrid) mit neuen intelligenten Trafos und Stromzähler (SmartMeter) serienreif erprobt und mit erheblichen Umbaukosten eingesetzt. Hoffen wir, dass der voreilige E.ON-Netzkauf nicht zu einem Bumerang wird.

Dipl. Ing. Helmut Kimpel
Kirchheim

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