Klare Worte fehlen

Thema: Meinungsfreiheit und Migranten - Die Geschlossenheit, mit der die Europäischen Staats- und Regierungschefs das Attentat auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo verurteilt und die Pressefreiheit als Grundpfeiler jeder freiheitlichen Demokratie beschworen haben, ist noch in guter Erinnerung.

Ich wünschte, dieselben Staats- und Regierungschefs würden in gleicher Einmütigkeit ein klares Bekenntnis zu Kultur und Werten unseres christlichen Abendlandes ablegen. Dann gäbe es keine Pegida - Bewegung und logischerweise auch keine Antipegida - Bewegung. Auf klare Worte in dieser schwierigen Situation aber warten die Menschen hier vergebens. Sie sind verunsichert und fühlen sich mit ihren Ängsten alleingelassen. Jeder Mensch aus einem anderen Kulturkreis kann in unserem christlichen Abendland in Freiheit leben, hier arbeiten und den Gepflogenheiten nachgehen, die er in dem Land, aus dem er kommt, gewohnt ist, solange diese mit den hiesigen Gesetzen und Regelungen vereinbar sind. Eine solche Multi - Kulti - Gesellschaft erfordert gegenseitige Rücksichtnahme, die Entwicklung eines Feingefühls für die Verletzlichkeit der anderen Seite und ein Gespür dafür was man trotz Meinungsfreiheit nicht sagen sollte auch wenn man es nach geltender Gesetzeslage sehr wohl sagen dürfte. Da aber liegt auf beiden Seiten einiges im Argen! Es war Karnevalszeit; da wurde wieder kräftig ausgeteilt. Die Aussage „Das muss man aushalten können“ gilt für Menschen von Rang und Namen, Prominente also wie z.-B.- Politiker oder Wirtschaftsbosse, die in der Regel Zielscheibe beißenden Humors und gelegentlich auch von Schlägen unter die Gürtellinie sind. Wir aber reden hier von Millionen einfacher Menschen aus Ländern mit anderer Kultur, von denen die meisten vermutlich gar nicht wissen was Satire bedeutet. Sie fühlen sich beleidigt, verhöhnt, verletzt und können nicht verstehen dass eine Zeitschrift ihre Lebensweise, ihre Gewohnheiten und ihren Glauben mit Füßen tritt. Ich bin mir nicht sicher ob sich die Karikaturisten von Charlie Hebdo bewusst sind, was sie mit ihrer „Kunst“ den christlichen Minderheiten in islamischen Staaten antun, die dort schutzlos dem radikalislamischen Mob ausgesetzt sind. Von den negativen Auswirkungen auf unseren eigenen Lebensraum ganz zu schweigen! Wenn ja, ist es höchste Zeit, dass die Politik den Machern dieser Zeitschrift im Speziellen und der Presse im Allgemeinen die Grenzen der Pressefreiheit klar und unmissverständlich aufzeigt. Aber auch die andere Seite ist gefordert. Unabdingbar für alle Migranten ist die Neuausrichtung bisher gelebter Werte, die Abkehr von gewohnten archaischen Familiennormen, die schrittweise Akzeptanz westlicher Werte und Anpassung an die Lebensweise der westlichen Welt, in der zu leben sie ja nicht gezwungen wurden. Ein muslimischer Staat im Staate? Das geht gar nicht! Die Verunglimpfung westlicher Werte durch Hassprediger ist ebenso verletzend wie Karikaturen, und die in Zusammenhang mit dem jüngsten Ehrenmord gestellte Frage „Warum distanziert sich die hiesige muslimische Gemeinschaft nicht massiv von derartigen Praktiken“ ist durchaus angebracht. Die richtige Reaktion eines Muslims auf Hassprediger wäre ganz einfach: man geht nicht hin! Leider fehlen auch zu dieser Gesamtthematik seitens der Verantwortlichen klare Worte und Festlegungen welche Ansprüche von Minderheiten zu erfüllen oder abzulehnen sind. Die Hinterfragung von Gesinnung und Bereitschaft zum Wandel ist im Falle der Darmstädter Familie offenbar unterblieben; die Asylgewährung war eine Fehlentscheidung. Hierzu abschließend ein Beispiel: die Bereitstellung von Gebetsräumen, wo angebracht auch der Bau einer Moschee für die hier lebenden Muslime ist zu erfüllen. Die Errichtung eines Minaretts hingegen, von dessen Zinnen der Muezzin per Lautsprecher über die gesamte Stadt hörbar zum Gebet ruft, ist abzulehnen, weil wir eben im christlichen Abendland leben und nicht im Orient.

Klaus Busse
Bad Hersfeld

Kommentare