Jetzt nur keine Neiddebatte

Thema: Lullus-Sportpark - Bekanntlich hat das Projekt "Lullus-Sportpark" mit einem Haushaltsansatz von zwei Mio. Euro zur Anfinanzierung der Maßnahme im städtischen Haushalt für das Haushaltsjahr 2014 Berücksichtigung gefunden.

Diese Summe ist gemäß Verlautbarungen aus dem Rathaus mit einem sog. "Sperrvermerk" versehen, der die Verwendung von städtischen Haushaltsmitteln nur dann zulässt, wenn in gleicher Größenordnung Fördermittel des Landes Hessen fließen. Will heißen: Ohne Finanzmittel aus Wiesbaden wird auch der städtische Haushalt nicht belastet!

Zum Projekt "Lullus-Sportpark" nachstehend einige Anmerkungen, die in den Beratungen und Beschlussfassungen in den städtischen Gremien berücksichtigt werden sollten. Die Idee des „Lullus-Sportparks“ wurde aus dem ohnehin vorhandenen, eklatanten Sanierungsnotstand einer Vielzahl von städtischen Liegenschaften geboren und hat die Entwicklung eines multifunktionalen und barrierefreien Sport- und Freizeitgeländes für Jedermann zum Ziel.

Da wir in Zeiten "knapper (Kommunal-)Kassen" um die Brisanz dieses Themas wissen, möchten wir noch rechtzeitig vor den parlamentarischen Beratungen zum Haushalt 2014 in den Fachausschüssen und in der Stadtverordnetenversammlung unseren Standpunkt kundtun und als einer von diesem Projekt primär betroffenen Vereinen an dieser Stelle unsere Sichtweise darlegen. Dabei geht es uns maßgeblich um die nachgenannten Aspekte:

1. Tatsache und nachweislich nicht von der Hand zu weisen ist, dass für die im Bereich des geplanten Sportparks bestehenden Liegenschaften in den nächsten Jahren kalkulierte Sanierungskosten von bis zu zwei Mio. Euro zu Buche schlagen. Diese Kosten umfassen nur die Sanierung des bereits jetzt vorhandenen Anlagenbestands und werden die künftigen städtischen Haushalte ohnehin über mehrere Haushaltsjahre verteilt belasten.

2. Eine barrierefreie, umweltschonende und multifunktionale Sanierung der jahrelang gnadenlos auf Substanz gefahrenen Sport- und Freizeitanlagen inkl. Funktionsgebäuden sowie die zusätzliche Nutzungsalternative für z.B. den Schulsport stellen im Vergleich zu dem ohnehin vorhandenen Sanierungsbedarf für den Altbestand eine für alle künftig geplanten Nutzerzielgruppen (Vereine, Freizeitsport, Breitensport, Schulen) eine ganzheitliche und nachhaltige Verbesserung sowie Aufwertung dar.

3. Unterlassene Investitionen und Sanierungen sind ebenfalls Schulden. Diese werden durch Unterlassen nur in die Zukunft verschoben und stellen eine hohe Belastung für künftige Haushalte dar. Die in den politischen Diskussionen und an den Stammtischen hörbare Alternative zwischen Realisierung des Sportparks oder Einsparung von zwei Mio. Euro Haushaltsmitteln existiert in dieser Form nicht. Es sei denn, man bevorzugt die Schließung sämtlicher Sport- und Freizeitanlagen inkl. sanierungsbedürftiger Funktionsgebäude und riskiert den Garaus für die Vereine unter Inkaufnahme aller negativen gesamtgesellschaftlichen Folgen.

4. Uns ist bewusst, dass das aus unserer Sicht alternativlose Projekt "Lullus-Sportpark" aus finanzwirtschaftlichen und haushaltspolitischen Gründen scheitern kann. Was aber in keinem Fall sein kann ist, dass dieses Projekt in der Stadtverordnetenversammlung wg. "Kirchturmdenkens" einiger "Lokalpatrioten" aus den Stadtteilen versagt wird und dort eine Neiddebatte geführt wird (Wessen Interessen werden dort eigentlich vertreten? Welche Ziele werden dort eigentlich verfolgt?). Dazu birgt der Sportpark eine viel zu große Chance für die gesamte Kreisstadt mit hessenweitem Modellcharakter. Die Sportpark-Idee ist dazu konzipiert, dass sie gerade nicht für einzelne Vereine gedacht ist, sondern ein barrierefreies und umweltschonendes (Breitensport-)Angebot für Jedermann schaffen soll.

Wir meinen, dass aufgrund der in der Vergangenheit unterlassenen Sanierung durch die Eigentümerin Stadt, der dadurch eingesparten Finanzmittel sowie des daraus resultierenden jahrelangen Substanzverlustes und Wertverzehrs der Liegenschaften an dem Sportpark-Projekt - egal in welcher Variante - kein Weg vorbeiführt.

Namens des Vorstands der Sportgemeinde Hessen Hersfeld 1910 e.V.: Michael Ernst 3. Vorsitzender Am Markt 2 36251 Bad Hersfeld

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