Wo bleibt die Selbstkritik?

Thema: Kritik an der Tagesschau, HZ, 11. Juni - Was Journalisten offenbar nicht lernen, ist, sich selber zu hinterfragen; das also, was man gemeinhin Selbstkritik nennt. Warum auch: Es ist doch so einfach, vor einem anonymen Publikum Selbstdarstellung zu betreiben und mit bevormundenden, tendenziösen Sentenzen dem Zuschauer auf den Geist zu gehen.

Was erwarte ich eigentlich von einer Nachrichtensendung: Objektivität und Vielfalt in der Berichterstattung, prägnante und kurze Information bei ausreichender Hintergrundinformation. Ich will Herr über meine Meinungsbildung bleiben! Das alles finde ich in der Tagesschau hinreichend erfüllt.

Was brauche ich nicht: Nachrichten, die durch Auswahl und Kommentierung sowie Wortwahl und bevormundenden Unterton den Zuschauer zum Objekt eines selbstgefälligen Moderators machen. Das Ganze garniert mit einem tendenziösen Schlusswort des Moderators und einem banalen Witz zwischen Moderator und dem für Sport zuständigen Ergänzungsmoderator. Alles das finde ich in der zur Unterhaltungspolitshow degenerierten "Heute" - Sendung des ZDF. Wem das gefällt, der schaut Nachrichten im ZDF.

Mit kräftigem Eigenlob und einem unverschämten Korea-Vergleich, versucht Herr Kleber jedenfalls klarzumachen, was nach seiner Ansicht für alle die bessere Sendung ist. Soviel selbstgefällige Überheblichkeit ist möglicherweise erforderlich, um im täglichen Konkurrenzgerangel der Journalisten untereinander bestehen zu können. Mir ist solch ein Gehabe unerträglich.

Ich kann nur hoffen, dass die ARD mit der Tagesschau sich von Herrn Klebers Selbstüberschätzung nicht irritieren lässt.

Dr.Peter-Paul Reichelt
Lindigstr.10
36266 Heringen

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