Mehr Sachlichkeit und Alternativen

Thema: Kolumne von Dr. Ippen; HZ vom 25. Januar - Unter der Überschrift „Wie ich es sehe“ gibt der Herausgeber der HNA - Dr. Ippen – immer mal wieder seine Sicht der Welt zum Besten. Mit der provozierenden Einleitung „was bisher bei Sonne und Wind herauskam ist vor allem eines: teuer, unsozial und schmutzig“ nimmt Dr. Ippen in der HNA vom 25.1. sich die Energiewende zur Brust.

Dabei bedient sich Dr. Ippen aller gängigen Klischees, die derzeit gegen die erneuerbaren Energien in BILD, Spiegel und Internetforen feilgeboten werden. Freilich ist es richtig, dass vor allem die privaten Stromkunden über die EEG-Umlage die Erneuerbaren unterstützen. Dass Atom- und Kohlestrom vom Staat und damit letztlich vom Steuerzahler massiv subventioniert wurden und werden, verschweigt Dr. Ippen geflissentlich.

Kein Wort zu den Preissteigerungen bei Benzin, Diesel und Heizöl in den vergangenen Jahren. Kein Wort zu den Kosten, die auf Staat und Gesellschaft zukommen durch die bisher ungelöste Endlagerung des Atommülls, kein Wort zu den externen Kosten der Kohleverstromung und den zu erwartenden Preissteigerungen für fossile und atomare Brennstoffe. Und auch kein Wort zu dem beispiellosen Erfolg der Solarenergie, bei der sich die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde in nur sieben halbiert haben. Auf die Umweltverschmutzung der Kohlekraftwerke weist Dr. Ippen hin und macht die erneuerbaren Energien dafür verantwortlich. Weil diese unregelmäßig Strom erzeugen, würden dreckige Braunkohlekraftwerke in Bereitschaft stehen, um eine gleichmäßige Energieversorgung zu gewährleisten.

Wenn Dr. Ippen dann richtig feststellt, dass Gaskraftwerke die bessere Wahl im Zusammenspiel mit den Erneuerbaren wären, sollte er fairerweise anerkennen, dass nicht die erneuerbaren Energien dafür verantwortlich sind, dass der Co2-Ausstoß wieder gestiegen ist, sondern die Halbherzigkeit der Energiewende-Politik und der Einfluss der Energiekonzerne, die mit aller Macht am lukrativen Geschäft der Kohleverstromung und dem Stromexport festhalten.

An Dr. Ippens Kritik an Sonne und Wind vermisse ich nicht nur die Sachlichkeit, sondern vor allem der Alternativen aus seiner Sicht. Will er mehr Atomkraft? Mehr Strom aus Braunkohle-Kraftwerden? Mehr Steinkohle-Importe aus maroden Bergwerken in Kolumbien und Russland? Woher soll der Strom der Zukunft kommen, wenn nicht aus erneuerbaren Energien?

Jörg Bennedik

Bad Hersfeld

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