Erst nachdenken, dann handeln

Thema: Klinikfusion im Kreis, HZ, 31. Januar - Bei dieser Thematik erinnere ich mich an die hohen Erwartungen der „Gemeindefusionen“ in den Jahren 1968 bis 1972. Die Verwaltungskosten sollten sich ermäßigen und Synergieeffekte genutzt werden. Das tatsächliche Ergebnis zeigte jedoch eine ganz andere Richtung.

Unser Bad Hersfelder Klinikum ist finanziell gesund und strukturell gut aufgestellt. Bis zum Geschäftsjahr 2010 hat es keine finanzielle Unterdeckung gegeben. Ein Blick in den Bundesanzeiger, hier werden die Bilanz sowie G + V veröffentlicht, zeigt dies eindrucksvoll. Die „Falschmelder“ bezüglich der Belastung unserer Bürger müssen korrigiert werden.

Seit 1959 hat der Steuerzahler weder eine DM noch einen Euro an Verlusten getragen. Wenn 2014 ein Defizit entsteht, wird dieses aus dem Eigenkapital abgedeckt. Zuwendungen des Landkreises sind ausschließlich für Investitionsvorhaben gewährt worden. Das Klinikum ist mit 1400 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der Kreisstadt und erreicht einen Umsatz von 100 Millionen Euro. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre werden die Kosten stärker steigen als die Landesbasisfallwerte. Auch die Umsetzung von Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen belastet zunächst die Vermögens- und Liquiditätslage des Hauses.

Das Krankenhausfinanzierungsrecht sieht vor, dass ein Krankenhaus seine Investitionen aus den Fördermitteln des Landes decken kann. Das Land Hessen plant zum 1. Januar 2016 den Umstieg von der Einzelförderung auf die Pauschalförderung. Ansparzeiten beziehungsweise eine Vorfinanzierung lösen sodann Kapitalkosten aus. Deshalb darf heute kein „kranker Gaul“ dem Klinikum aufgehalst werden. Die Götter haben vor das Handeln das Nachdenken gesetzt.

Wilfried Blum
Friedlos

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