Kein guter Stil

Thema: Jochen Paulus kehrt Politik den Rücken, HZ vom 26. Juni - Dass Jochen Paulus der Politik den Rücken kehrt ist eine späte, aber zu begrüßende Entscheidung. „Endlich!“ würde als Kommentar für diesen Schritt von Paulus ausreichen, wären da nicht Gründe, die geradezu zu einer Stellungnahme auffordern.

Nachdem der Landtagsabgeordnete Paulus für die Wahlen im September keinen aussichtsreichen Landeslistenplatz von seiner eigenen Partei bekommt, nimmt er sein von FDP-Wählern erhaltenes Mandat und tritt medienwirksam in die neue Partei AfD ein. Verrat an seinen Wählern? Zumindst kein guter Stil! In der neuen Partei bewirbt Paulus sich nun um Platz zwei der Landesliste und wird auch hier trotz mitgebrachten Mandats abgemeiert. Daraufhin stellt er, der sich gerade um einen exponierten Platz auf der Landesliste der AfD beworben hatte, fest, dass diese Partei sich von der Liberalität entfernt. Als „guter Demokrat“ kehrt Paulus auch der AfD den Rücken, nicht ohne noch zu betonen, dass er wenig Chancen sähe, nordhessische Themen mit dieser Partei zu thematisieren. Auch in dieser Situation von der Art her kein guter Stil, von der Absicht äußerst transparent und von der Begründung an Einfalt kaum zu überbieten. Dass die neue Partei keine abgehalfterten und auf Mandate erpichte Politiker in ihrer „Führungsriege“ aufnimmt, ist beachtenswert und verdient Respekt.

Dr. Harri Berndt
Schulstr. 3
Neuenstein

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