Fragen zur Basisenergieversorgung nicht beantwortet

Thema: Infoveranstaltung Windräder ober und Unterstoppel - Vermeintlich rhetorisch geschickt zu sein, reicht nicht aus um selbst denkende Menschen zu überzeugen. So leicht lassen sich die Stoppeler nicht täuschen. Der Wortlaut der Einladung zu dieser unsäglichen Veranstaltung und ein persönliches Gespräch mit einem der Veranstalter hatte mich verführt zu glauben, dass wir an diesem Abend nach zukunftsfähigen Alternativen suchen, dass wir überlegen würden, wie wir – der kleine Mensch und unsere kleinen Dörfer– unsere Geschicke wieder mehr in unsere eigenen Hände bekommen.

Davon war leider überhaupt nicht die Rede. Möglichkeiten, eine regionale Basisenergieversorgung für unsere Dörfer einzuleiten, wurden nicht mal angedacht. Intelligente Konzepte, die bei einem solchen Wandel helfen könnten - wie z.B. die Waschmaschine bei Sonnenschein anzustellen – wurden vom Referenten als Einschränkung der persönlichen Freiheit abgetan. Für mich war der Vortrag des Referenten nicht rhetorisch geschickt, sondern er war einseitig, gezielt tendenziös und teilweise sogar unseriös. Mit Augenwischerei und unsauberen Verknüpfungen hat er versucht, sein Publikum zu manipulieren. Nach mehreren Folien, die eindrücklich zeigten, wie unregelmäßig Wind- und Sonnenenergie zur Verfügung stehen, entwarf er die Apokalypse der dreiwöchigen Flaute…., meinte aber, dass kein Kraftwerk in ganz Deutschland mehr am Netz sei. Heißt das neuerdings Flaute, wenn alle Kraftwerke versagen oder abgestellt würden? Um den gesamten Strom, der in diesen drei Flautewochen in Deutschland benötigt würde, per Pumpspeicherwerk sicherzustellen, müsste man nach seinen Berechnungen den Bodensee 300 Meter anheben. Wie hoch man den Bodensee anheben müsste, um den völligen Ausfall der Sonnen- und Windenergie über drei Wochen auszugleichen, diese Zahl blieb Dr. Ing. Ahlborn uns schuldig. Leider verlief sein ganzer Vortrag in diesem Stil. Sicherlich hat der Referent recht, dass die völlig planlose Energiepolitik und die Holperti-Polter-Umsetzung des EEG ein Schuss in den Ofen sind. Und….. warum will er uns dann gegen Windräder aufhetzen? Warum wendet er sich nicht gegen die Verursacher dieser Politik und Gesetze? Warum klärt er nicht darüber auf? Warum zeigt er nicht Wege auf, wie kleine Dörfer sich aus dieser Mühle herausziehen können? Auch an die Veranstalter noch ein Wort: Wenn es schon ein Referent wie dieser sein musste, warum gab es dann nicht wenigstens einen zweiten? Einen, der uns mal was darüber hätte erzählen können wie man sich als Dorf oder Gemeinde davon befreit, Spielball rein marktwirtschaftlicher Interessen auswärtiger großer Konzerne zu sein? Es gibt bereits einige energieautarke Dörfer in unserem Land. Warum war davon nicht die Rede? Ich bin schwer enttäuscht und finde es schlimm, mich mitten auf dem Foto mit der Überschrift: „Front gegen die Windkraft“, wiederzufinden. Ich gehöre keiner Front an. Nach meiner Wahrnehmung fanden sehr viel mehr Besucher diesen Auftritt enttäuschend und halbseiden als nur Adam Huff. Das kommt in dem munteren Artikel über den tollen Frontabend leider ebenfalls nicht zum Ausdruck. Der Feind ist nicht das Windrad und nicht die Energiewende– der Feind ist unsere Resignation, unsere Angst, selbst was zu ändern und unser Widerstand dagegen, endlich zu sehen, was um uns herum und auf diesem Planeten passiert. Der Feind ist die ungehemmte Globalisierung, der unsere Politiker wie dem goldenen Kalb hinterherrennen. Die Lösung ist dezentral und regional. Wir, unsere Dörfer müssen das Heft wieder selbst in die Hand nehmen. Im Hinblick auf unsere Energieversorgung bietet uns sogar das so geschmähte EEG diese Alternative. Ansonsten bleiben wir abhängig davon, dass in China ein Sack Reis umfällt und wir bleiben abhängig davon, wie es irgendwelchen Börsenspekulanten und Konzernchefs gelingt, ihre Pfründe am schnellsten ins Trockene zu kriegen. Und zahlen dürfen weiter wir.

Marion Diekel 
Haunetal-Oberstoppel

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